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(Kennen Sie Deutschlandreise? Das Spiel, bei dem man seine Route mit so kleinen Plastikfähnchen absteckt und dann alle Städte der Reihe nach “bereisen” muss. Gibt es das Spiel eigentlich noch?)

Mein Traum ist schon ganz lange, Blogger, die mir sehr am Herzen liegen, auf einer Deutschlandreise, nein, ich müsste dann auch noch erweitern auf Österreich und Schweiz, der Reihe nach zu besuchen. Ich hätte dann in meinem Wohnzimmer eine große Landkarte liegen, würde mir die günstigste Route mit roten Nädelchen abstecken, würde einen genauen Plan machen, wann ich wo sein kann und Ihnen allen dann der Reihe nach Hallo sagen. Wie lange man dafür wohl brauchen würde? Und wie könnte ich meine Familie dazu überreden, mit mir zu kommen? Und wer möchte schon, dass sich eine fünfköpfige Familie einfach so einlädt? Würde man so ein Bloggerhopping überhaupt aushalten oder bekäme man schon bei der vierten Station eine leichte Vagabundenkrise? Aber es gibt so viele da draußen, bei denen ich denke, ach, mal zusammen einen Kaffee oder ein Mädchenbier trinken oder ein Lagerfeuer mit Stockbrot oder ein Almausflug oder ein kleiner Seifenworkshop oder eine Hafenrundfahrt oder Babyanschauen oder ein Bildhauerworkshop oder ein Waldspaziergang. Oder?

Irgendwann mache ich das. Vielleicht bestimmt.

Ich habe da dieses Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, zu Weihnachten. Mit den Worten Lies es, wenn es dir gut geht. Vier Monate habe ich gewartet, bis ich vor zwei Tagen dachte, es geht mir gut. Jetzt, nach den ersten Seite frage ich mich, ob es mir gut genug für dieses Buch geht und ob es einem überhaupt gut genug dafür gehen kann? Ich weiß, dass ich weinen werde.

Ich habe heute den Vater eines Schülers im Schlafanzug gesehen. Das wollte ich eigentlich gar nicht.

Sommer.

Ich liebe es, meinen Kaffee zu trinken, wenn alle anderen noch schlafen. Manchmal muss man dafür zwar recht zeitig aufstehen, aber es lohnt sich. 

Und so wünsche ich nun allen Menschen meiner Blogroll, die gerade wegen eines kranken Kindes, wegen schlechten Wetters, wegen Kryptata, wegen Schlafmangel und wegen Nunistabermalgutmitschwangersein auf dem Zahnfleisch gehen, einen wunderbarsten Tag. Und allen anderen Menschen sowieso.

Seit ca. vier Wochen (wir haben das Gefühl mit Beginn der Kindergartenzeit)schläft das Kind äußerst bescheiden. Es weint mehrmals in der Nacht, träumt wild und laut, schreit, trampelt, wehrt sich gegen alles und jeden, will mitten in der Nacht aufstehen, diskutiert und schimpft. Seit der ersten Fiebernacht vor fast einer Woche hat sich die Situation noch mal verschärft. Aufweinen im gefühlten Zehnminutentakt. Seit 2 Stunden liegt das Kind im Bett und ich weiß schon jetzt, dass auch diese Nacht wieder weit entfernt von Durchschlafen sein wird. Der ganze Tag war schon nur so halb prickelnd. Das Kind hat weiterhin Temperatur, hustet sich die Seele aus dem Leib und hat zu allem Überfluss, wahrscheinlich vom Antibiotikum, auch noch Durchfall bekommen. Irgendwann habe ich ihm heute wieder Windeln anziehen müssen, frische Unterwäsche war aus. Der Po ist wund, das Kind mag nichts essen und zu jeden Schluck Wasser muss es überredet werden. Nun war ich bereits 5mal oben im Kinderzimmer, Hand auf den Rücken legen und streicheln. Wir gehen auf dem Zahnfleisch, wissen es nur noch gar nicht wirklich.

Du musst mich nicht so anmotzen, ich bin einer von den Guten sagte db Eva heute Nacht zum kleinen Terrorzwerg.

Wenn man Essengehen wird und die Speisekarte fast auswendig kennt, dann kann man den ganzen Tag darüber nachdenken, was man am Abend essen wird. Ich denke, ich nehme Lammkoteletts und so.

edit: Es wurde dann doch vom Knochen gelöste Lammhaxe, gefüllt mit Gemüse, Pinienkernen und Korinthen, in Pfefferminzsauce geschmort.

Haben Diebe auch Nasen?

Lesen Piraten auch Zeitung?

Ich sitze in Lauerstellung und warte auf die Post, denn die soll heute mein letztes Geburtstagsgeschenk bringen. Und dieses Geschenk, das macht mich ganz rappelig, weil es 1. von Frau Ami ist, weil 2. diese so rästelhafte Andeutungen am Telefon gemacht hat (dass sie es gesehen hat und gleich wusste, dass es DAS ist, dass sie es sich selber auch gleich gekauft hat, dass sie soetwas noch nie für einen anderen Menschen gekauft hat, dass ich es ohne Bedenken im Beisein der Kind auspacken darf (eine Information, die mich sehr beruhigte, weil bereits feinstes Kopfkino anfing), dass es einen Wert hat, dass es mit der Briefpost kommt) und weil ich 3. keine Ahnung habe, was es sein könnte. WAAAHHH, die Post kommt. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich eventuell nicht schreiben kann, was ich bekommen habe. Nun dürfen Sie das Kopfkino genießen…

Früher, als ich mal schwanger war, da trieb ich mich in einem Forum mit vielen anderen Schwangeren und jungen Müttern rum. Dort berichtete die eine oder andere Mutter, dass ihr Kind MOE hat. Große Ahs und Ohwehs bei den Kommentatorinnen und bevor ich dann irgendwann kapierte, was MOE eigentlich bedeutet, hatte ich immer das Gefühl, es müsse so etwas Schreckliches wie eine Geschlec.htskrankheit oder zumindest eine ganz fiese Pilzinfektion sein. Nun gut, Anton hat MOE und wenn man ein paar Buchstaben übrig hat, dann kann man auch Mittelohrentzündung schreiben.

Ich bin eigentlich relativ entspannt, was fiebernde Kinder betrifft. Hehe. Aber 40,3°C beim Zubettbringen, und das nächste Fieberzäpfchen ist frühstens in zwei Stunden wieder möglich, nimmt mir ein Stück weit die entspannte Haltung. Dazu dann noch meine Mutter, die die ganze Zeit fragt, ob ich nicht doch mal lieber zum Arzt fahren will und mich damit verunsichert. Ich bin eigentlich schon der Meinung, dass man mit einem Kind, das seit zwei Tagen fiebert, hustet und verschnupft ist, das keinen Ausschlag hat, nicht über Schmerzen klagt, angemessen auf fiebersenkende Mittel reagiert, noch nicht zum Arzt gehen muss. Oder sehe ich das falsch? 40,3 ist schon arg viel. Weiterhin Mist.

Auch Fieber konnte Herrn Anton nicht daran hindern einfach so 3 Jahre alt zu werden.

 

Sie kann ja schon ein Lied davon singen und wir stimmen etwas niedergeschlagen mit ein: Das Kind fiebert seinem Geburtstag entgegen.

Mist.

Mama, pupsen Babys auch?

Haben Frösche Beine? Warum haben Seepferdchen keine Beine?

Wie trocknen Pfützen aus?

Wie kann die Sonne fliegen?

Hellgrün ist eine ganz wunderbare Farbe.

Ich tue mich insgesamt immer recht schwer, was meinen Geburtstag betrifft, bzw. die Ausgestaltung dieses Tages. Ich schwanke zwischen ist alles nicht so wichtig und wenn der Tag nichts Besonderes bringt, dann bin ich traurig. Keine einfache Kombination.

Gestern war nun ein guter, normaler Geburtstag. Mit feinen Geschenken: ein Gutschein für 1x Kaffee ans Auto, ein Gutschein für 1x Frühstück ans Bett, ein Gutschein für einen selbstgebackenen Kuchen, eine Einladung zum Essen mit zwei liebsten Menschen, ein Gartensommerlaternchen, das Ohcynthiabackbuch, das Kochbuch Die Basis, eine Steinvogeltränke (meine Mutter gestand mir, dass sie sich bei diesem Geschenk im Vorfeld leider im Preis geirrt hätte, beim Bezahlen stellte sich nämlich heraus, dass sie das Preisschild wohl auf dem Kopf gelesen hatte und das geht, ohne dass man es merkt, nicht mit vielen zweistelligen Zahlen), ein Schalalalalawochenende mit db Eva in Hamburg, ein Geschenk, auf das ich noch warten muss, das Buch Kunst aufräumen, das wir leider schon hatten, Post, Anrufe und nette Blogkommentare.

(Nadine, Unterholzbewohner, Yvonne, Claudia, Kadda, Sandy, Andrea, serenity, Herr Paulsen, jette, soulsilence, junimond, Jeanie, Marion, Frau Kathy, wortteufel, landgeflüster und julia: Dankedanke. June: Mehr als Gucken erlaube ich Ihnen im Sommer noch nicht. Moritz Papa, DüneSieben, Pampersfront, nana & LOUIS, Nina’s Mama - Steffi, anne und goodytales: Dankedanke. Feuervogel: Sie sprechen aus Erfahrung? Vielen Dank für das rote Bierchen auf mein Wohl. Martina: Dankedanke. Frau Antje: Sie verwirren mich. Ich hatte doch gestern Geburtstag und auch nichts anderes behauptet. illy, Lisa, giftzwerg, schlapunzel, Daniela, Eva, Ansku und Elmi: Dankedanke.)

Der Kuchen hat übrigens göttlich geschmeckt. Jeder, der in nächster Zeit zum Kaffeetrinken zu mir mir kommt, kann sich schon mal darauf einstellen, dass er diesen Kuchen gebacken bekommt. Und darauf kann man sich wirklich freuen.

Abends dann Kino mit db Eva und die Erkenntnis, dass wir besser hätten Essen gehen sollen. Der Film war okay, aber der Liebste fragte mich mehrmals, ob wir nicht einfach rausgehen sollten, um uns ein nettes Restaurant zu suchen. Wir sind einfach zu alt für so abgedrehte Sachen wie Kino.

So war das.

Tun Sie sich einen Gefallen und kaufen Sie sich dieses Backbuch oder lassen Sie es sich schenken oder laden Sie sich bei jemanden ein, der Ihnen etwas aus dem Buch backt (Danke, Frau DüneSieben).

Ein paar nette Menschen kommen heute in den Genuss, bei mir den Kaffeekuchen essen zu dürfen, der 1. ohne Kaffee ist, 2. schon bei der Zubereitung ein Erlebnis für die Sinne ist und 3. sicherlich den Tag nicht überleben wird.

Also heute. 37.

(Ich verneige mich vor Frau June, weil sie die Dinge auf die Reihe bekommt. Vielen Dank und vielleicht kommen Sie im Sommer einfach mal vorbei und schauen dem Laternchen beim Leuchten und den Antonmenschen beim Mädchenbiertrinken und Kiepchenrauchen zu.)

Ich habe da so eine Drogerieartikelmacke. Lotions, Sprays, Cremes und so mit sensationellen Fähigkeiten ziehen mich magisch an. Gibt’s was Neues, dann will ich’s haben. Und so reihen sich Deos mit Ultralangzeitwirkung, Schaumfestiger mit Volumenkraft, Lotions mit Bräunungseffekt, Haarspülungen mit Durchkämmhilfe, Handcremes mit norwegischer Formel, Fußcremes mit Hornhautwegrubbelpeeling, Gesichtswasser mit Dreiminutenpickelsofortwirkung, Bodylotions zur Hautstaffung, Shampoos für glänzendes Haar und Duschgels mit Feuchtigkeitsdepots in meinem Bad. Das Problem daran ist, dass ich die meisten Sachen davon entweder nur ein paar Mal benutze oder schon bald auf ein neues, gigantisches Produkt stoße, das ich ganz dringend brauche. Also stapeln sich mittlerweile unzählige angefangene Pflegeprodukte in meinem Badezimmer. Bei jedem Badputz schüttel ich den Kopf über mich und nehme mir ganz fest vor, mir erst wieder etwas Neues zu kaufen, wenn alle angefangenen Tiegelchen aufgebraucht sind, aber da macht mir dann die Kosmetikindustrie immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Die erfinden einfach schneller neue Produkte als ich die alten aufbrauchen kann. Ich denke, die leben von so Leuten wie mir. Ein weiteres Problem ist auch, dass ich eigentlich gar nicht so der Ständiginshaarundaufdenkörperschmiertyp bin. Morgens muss es schnell gehen. Duschen, Haarewaschen, Zähneputzen. Fertig. Da ist so eine Sache wie meine neuste Zahncreme mit Strahleweißeffekt eigentlich das Idealste. Am Zähneputzen kommt man eh nicht vorbei und wenn’s dann auch noch ein Hollywoodlächeln zaubert, perfekt. Bis zur nächsten Zahncremesensation.

Nun wird der Little Drummer Boy auch noch Guitar Hero.

 

Darauf habe ich mich ja schon die ganze Zeit gefreut. Auf das erste richtige Bild. Wie wunderbar.

(Wollen Sie raten oder soll ich’s Ihnen sagen? Es ist nichts Außergewöhnliches.)

oha.

Da steht sie nun, die Neue.
Und tut auch nichts anderes als waschen, aber immhin gleich 8 Kilo auf einmal.

Mit drei Dingen ist der Herr Koppi heute aus der Schule gekommen: mit einer Eins in der Sachkundearbeit, einer Eins in der Englischarbeit und einem Brief von seiner Klassenlehrerin, in dem sie uns mitteilt, dass Koppi in den letzten Wochen häufig seine Hausaufgsben nicht gemacht hat und uns auffordert, dafür zu sorgen, dass er seine Aufgaben regelmäßig erledigt.

Wie soll ich dem Kind nur verständlich machen, dass Hausaufgaben mit zu den täglichen Aufgaben gehören, wenn es auch ohne diese Aufgaben beneidenswert unbeschwert durchs Leben wandert? Außerdem ist es nicht unbedingt eine Frage des Nichtwollens, sondern des Nichtkönnens. Man KANN seine Hausaufgaben nicht machen, wenn man ständig den dafür notwendigen Kram in der Schule vergisst.

Ich wasche meine Hände in Sterillium.
Das Lottakind mit Magendarminfekt und Herr Anton mit Bindehautentzündung.
So kommt das wahre Meredithfeeling auf.

Bei ihr gesehen:


Your Brain is 80% Female, 20% Male


Your brain leans female
You think with your heart, not your head
Sweet and considerate, you are a giver
But you’re tough enough not to let anyone take advantage of you!

Der Supergau einer fünfköpfigen Familie heißt: F07 - die blinkende Fehlermeldung unserer Waschmaschine, mit der sie uns unmissverständlich mitteilt, dass ihr Motor hinüber ist. Da gibt es nichts dran zu rütteln oder schön zu reden. F07 ist F07. So als Mutter wünsche ich mir durchaus auch manchmal die Möglichkeit einer solch deutlichen Fehlermeldung. F07, da könnt ihr machen was ihr wollt, ich kann nicht mehr.

12. April 2008 - Knuffilanderöffnung

(Kann hier irgendwer irgendwas hören? Eigentlich müsste es funktionieren, tut es aber bei mir nicht und ich verstehe nicht warum.)

edit:
Auf die Ohren (Anders bekomme ich das hier heute nicht mehr hin. Ich hoffe einfach weiter, dass mir irgendjemand das mit dem schicken Audioplayer erklären kann.)

Frau Ami, manchmal ist mir das fast unheimlich. Den ganzen Tag schon wurschtel ich an meinen nicht gleich langen Socken rum. Die Kinder meinten nun, dass wir vielleicht jeweils eine Socke von der Anderen an hätten.

Ich bin ja lernfähig.

Der Leidensdruck bei der letzten Nasennebenhöhlenentzündung war groß genug, um mich heute zu diesem Gerät greifen zu lassen. Und, was soll ich sagen, nach dem ersten Ohmeingott fand ich es relativ angenehm und durchaus wiederholungswert.

 
(Bitte sagen Sie nichts zur optischen Ausführung der Nasendusche. Denken Sie sich einfach ihr Teil. So wie ich.)

Obwohl ich Germany’s Next Topmodel nicht gucke - das macht bei uns das Töchterlein und hält die Familie auf dem Laufenden - bin ich mir sehr sicher, dass weder die eine noch die andere in der nächsten Sendung rausfliegen wird. Das ist doch sicherlich wieder nur so eine Masche, so mit Dramatik, Dugehst und Dubleibst, Tränen, Umarmung und beim Wegehen dann Achneinwardochnureinwitz und Hierdeinfoto. Das kennen wir doch schon.

Jeden Morgen beim Frühstück das gleiche Spielchen: Der Herr Anton wünscht sich ein Honigbild auf sein Toast. Was mit einem harmlosen Smiley zur Erheiterung eines kleinen Morgenmuffels anfing, artet mittlerweile in hohe Kunst aus. Heute lautete die Aufgabe Kinderspielzeugladen an Gehweg. Mit zitternder Hand quäle ich die flotte Biene aus der Drückflasche und hoffe, dass das Kind wenigstens ansatzweise mit meinem Werk zufrieden ist. Zum Glück ist es noch recht anspruchslos, nickt meist wortlos und verstreicht den Honig estrichglatt bis in alle Ecken. Honigkunst ist vergänglich.

Es zerrt an den Nerven und kostet unendlich viel Kraft, wenn das Kind zur Zeit nach jedem Mittagsschlaf nach seinem Vater schreit. Und schreit und trampelt, wenn man nur in seine Nähe kommt. Und schreit und trampelt, wenn man sagen muss, dass der Vater gerade nicht da ist.

Wo bleibt denn das Erwachetundlachet?

Meine Sorgen waren zum Glück unbegründet. N. stand heute Morgen gesund und munter vor mir und ein Gesprächstermin mit der Betreuerin ist vereinbart. 

Wer wie ich Schwierigkeiten mit der Farbgestaltung des neuen Dashboards hat, der kann unter Benutzer/ Dein Profil zum Classic Color Scheme wechseln. Nur mal so halt.

Oh, sagte der Herr Koppi als er beim Portmoneekramen meinen Führerschein fand. Und Recht hat er. Mit so einem Foto möchte man auch nicht wirklich in eine Polizeikontrolle kommen.

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Seit Montag habe ich N. in meiner Klasse. Er und sein Bruder wurden vom Jugendamt aus der Familie genommen und in einer Wohngruppe untergebracht. Mehr weiß ich nicht. Ach doch, für zwei Jahre sollen die Kinder in der Wohngruppe bleiben. Das hat das Jugendamt wohl so festgelegt und ich habe das in einem Nebensatz von einer Betreuerin gehört, als es um die Taxibeförderung für die Kinder ging. Aber mehr dann auch wirklich nicht. In der letzten Woche hatte ich immer mal kurzen Kontakt mit unterschiedlichen Betreuern, die die Kinder zur Zeit noch bringen und abholen. Da ging es dann um so Sachen wie Materialliste, Quittungen und Stundenplan. Am Freitag nach der letzten Stunde stand dann plötzlich die Mutter von N. vor mir und wollte ihren Sohn abholen. Ich fragte, ob das mit der Wohngruppe so abgesprochen sei und sie antwortete, natürlich, sie habe ja schließlich das Sorgerecht und wolle sowieso darum bitten, dass man bei Fragen oder Problemen immer erst mit ihr Kontakt aufnimmt und nicht mit der Wohngruppe. Als ich kurz darauf zu meinem Auto ging, sah ich, wie N., seine Mutter und ein Mann in ein Auto stiegen und wegfuhren. Mein eh schon ungutes Gefühl wurde zu einem riesigen Klumpen. Also zurück in die Schule und noch mal schnell in die Akte geschaut, die zufällig an dem Tag gerade von der vorherigen Schule bei uns angekommen war. In der Akte, nichts zur Betreuungssituation und die Mutter als Erziehungsberechtigte im Schülerbegleitbogen eingetragen. Für mich also soweit kein Grund irgendwie Alarm zu schlagen und trotzdem fahre ich mit dem feinsten Kopfkino nach Hause. Was könnte alles sein? Mist, wieder mal ärgere ich mich, wie schlecht ich über die Lebenssituation eines Schülers informiert werde. Ich soll mit N. den halben Tag arbeiten und habe keine Ahnung, mit was für einem Päckchen das Kind zu mir kommt. Sicherlich wird N. am Montag fröhlich vor mir stehen, aber ich bin so am Schwimmen und eigentlich wäre das nicht nötig.

Na hupps, sagten meine müden Augen heute Morgen, als mich WordPress bei einer Tasse Kaffee begrüßte. Schick, schick das neue Kleid und so praktisch.

Was bedeutet eigentlich “sowieso”?

Warum sieht ein Koffer wie ein Koffer aus?

Wozu hat man Fingernägel?

(Immer ganz kurz vor dem Lichtausundgutenacht.)

(Es gab mal eine Zeit, da gehörte Schule nicht unbedingt zu meinen Stärken. Es gab mal eine Zeit, da konnte man dies an meinen Zensuren ablesen.)

In der 8. Klasse bekam ich einen Deutschaufsatz zurück. Meine Lehrerin hatte die Angewohnheit, die Zensuren nicht als Ziffer sondern in Form von sehr gut, gut usw. unter die Arbeiten zu schreiben. Ich bekam also meinen Aufsatz zurück und freute mich unglaublich über mein Ausreichend. Da die Lehrerin vergessen hatte, sich selber die Zensuren in ihr Büchlein zu tragen, mussten wir Schüler der Reihe nach unsere Zensuren nennen. Stolz verkündete ich meine Drei. Nach der Schule traf ich die Lehrerin auf dem Schulhof und erzählte ihr, wie glücklich und zufrieden ich darüber sei, endlich mal wieder eine einigermaßen vernünftige Zensur bekommen zu haben. Irgendwann im Laufe des Tages passierte es dann, dass mir plötzlich auf einen Schlag bewusst wurde, dass ein Ausreichend natürlich keine Drei ist. Ich habe furchtbar gelitten, weil ich so einen großen Schiss davor hatte, dass mein vermeintlicher Betrug heraus kommen könnte. Und dann, eine Woche später wurde die Deutschlehrerin sehr krank, der Unterricht fiel für einige Zeit aus und dann starb die Lehrerin. Wie eine Befreiung empfand ich diesen Schicksalsschlag und ich schämte mich dafür. Obwohl ich eigentlich keinen besonderen Bezug zu dieser Lehrerin hatte, setzte alles in Bewegung, um zu ihrer Beerdigung zu fahren. Ich organisierte, dass ich mit dem Pastor zum Friedhof fahren konnte, ich nahm an der Trauerfeier in der Kapelle teil und ich beruhigte damit erfolgreich mein schlechtes Gewissen.

(Wie klein und nichtig manche Dinge rückblickend wirken.)

Wenn das Kind seit gestern nun offiziell in den Kindergarten geht und heute einen Satz mit neulich im Kindergarten beginnt, dann finde ich das etwas übertrieben. 

Heute ist so ein Tag. Ein Gutelaunetag. Bereits am Morgen steppte die kleine innere Bär in mir und versprühte lauter fröhliche Schwingungen. Meine Schüler konnte ich bereits mit meiner guten Laune anstecken, die Familie wird heute Nachmittag ihre Portion abbekommen und für Sie da draußen ist auch noch etwas übrig. Treffen Sie sich mit lieben Menschen, machen Sie etwas Schönes mit Ihren Kindern, kochen Sie ein leckeres Essen, legen Sie Ihre Lieblingscd auf und lassen die Seele etwas hüpfen. Einfach nur so halt.

Selten habe ich so unter der Zeitumstellung gelitten wie in diesem Jahr. Ich fühle mich wie im Dauerjetlag. In den letzten Jahren hatten wir den Uhrenwechsel wenigstens in den Osterferien und man konnte sich langsam auf den neuen Tag-Nacht-Rhythmus einstellen. Aber dieses Jahr, furchtbar. Ich quäle mich jeden Morgen aus dem Bett, um dann mit müden Kindern am Frühstückstisch zu sitzen, um dann vor einer dauergähnenenden Klasse zu stehen, um mich am Ende des Tages zu fühlen als hätte mich ein Trecker überfahren. Was soll der ganze Mist?