Obwohl die Muffins so gänzlich wow waren, konnten sie das vorherrschende Brrrgefühl nicht so wirklich verscheuchen. Immer wieder am letzten Ferientag kämpfe ich damit. Auf irgendeine Art und Weise freue ich mich auf die Schule, auf die Kinder, auf das Wiederarbeiten, und trotzdem steht dieser erste Schultag nach den Ferein immer wie eine Wand vor mir. Den ganzen Tag über grüble ich schon darüber nach, woran dies liegen kann. Klar sind Ferien immer eine schöne Zeit: viel Familie, Enspannung, Zeit für Dinge, zu denen man während der Schulzeit nicht kommt, Urlaub, Verabredungen. Aber das ist es nicht nur. Vor allem genieße ich die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit des Seins und ich weiß, dass mit dem Ende der Ferien der Lebensrhythmus wieder schwerer sein wird. Ich werde wieder damit zu kämpfen haben, den Spagat zwischen Schule und Familie irgendwie auf die Reihe zu bekommen und ich werde mich wieder mit Facetten des Lebens auseinandersetzen müssen, die von Leichtigkeit weit entfernt sind. Was wird mich morgen erwarten, wenn ich wieder vor meiner Klasse stehe? Mit was für Erlebnissen werden die Kinder aus den Ferien kommen? Während ich mir heute meine Gedanken über den morgigen Tag machte, fiel mir die Geschichte ein, die mir vor ein paar Jahren ein damaliger Schüler nach den Osterferien erzählte. Die Geschichte, die von seinem Vater handelte, der bei einem schlimmen Streit mit seiner Mutter eine Wohnzimmerglastür eingetreten hatte, von seiner Mutter, die die Polizei rufen musste, um den tobenden Vater aus der Wohnung zu bekommen und von Eiern, die den ganzen Streit ausgelöst hatten, weil der Vater sich darüber geärgert hatte, dass die Mutter so viele Ostereier mit ihrem Sohn gefärbt hatte. Ich denke, dass mir auch das ein Stück weit bevor steht, nicht zu wissen, was einen morgen erwartet. Aber, auch wenn dieser letzte Ferientag immer so furchtbar brrrr ist, weiß ich, dass ich morgen aus der Schule kommen werde und sagen kann: Nun ist wieder gut. Nun bin ich wieder drin. Und das ist ein Glück.



8 comments
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26. März 2008 um 20:35
gudrun
oh ja… das kenne ich! Ich habe immer so eine mittelgroßekleine Ferien-sind-zu-Ende-Depression am Tag davor - aber jetzt schon wieder überwunden und erschreckend schnell wieder drin im wirklich wahren Leben.
26. März 2008 um 21:36
Frau Antonmann
Ach, das tut so gut zu lesen. Vielen Dank.
27. März 2008 um 8:39
amidelanuit
ich hab das selbst in nicht-arbeitendem zustand zur zeit. ich kann das gut verstehen…..aber wie gudrun schreibt: ich glaube, das geht rappzapp oder auch huschiuschi:) vorbei!! und denken sie doch ma an moooorgen!!!
27. März 2008 um 10:10
Mama Schwaner
ich wünsche ihnen einen schönen ersten schultag nach den ferien und dass das gefühl schnell vergeht!
27. März 2008 um 15:33
PTU
Ich habe ja immer gedacht, dassd dieses Gefühl im Bauch mit der Länge der Dienstjahre oder auch mit der Routine verschwinden oder zumindest geringer werden würde. Leider falsch gedacht.
Und bei mir hat es nix mehr mit dem Spagat zwischen Familie und Beruf zu tun. Ich denke manchmal, dass es vielleicht dazu dienen könnte, um den notwendigen Adrinalinstoß zu bewirken, damit das Ganze nicht gefühllose Routine wird?
Egal, heute nachdem der erste Schultag geschafft ist, fühlt sich das Ganze schon wieder ganz anders an.
27. März 2008 um 15:38
Frau Antonmann
ami
Ich denke fast ausschließlich an morgen:))
Mama Schwaner
Danke. Schultag geschafft, Gefühl schnell vergangen.
PTU
Dabei hätte ich den Adrinalinstoß gar nicht gebraucht, alles war Friede und Freude heute. (Bis auf die Kotze vor dem Jungenklo…)
28. März 2008 um 14:53
workingmum
Mir ganz doll aus der Seele gesprochen. Obwohl ich die Kinderchen und den Unterricht sehr liebe, geht es mir vor Schulbeginn immer genau so. Bis dann die erste Woche vorbei ist, mich der Alltag wieder hat und dann geht´s … (aber ich hab ´ja noch eine Woche … jiphieee)
29. März 2008 um 18:25
DüneSieben
… und das ist ein Glück, dass diese Kinder eine Lehrerin wie Sie haben! :-)