Ein Osterbrauch aus meiner Kindheit. Der Tisch wird beladen mit Öl, Essig, Tubenkram und Gewürzallerlei. Die hartgekochten Eier werden gepellt und halbiert, wobei die große Kunst beim Halbieren darin besteht, möglichst Eihälften mit zwei gleichgroßen Eigelbs zu erhalten. Vorsichtig löst man das Eigelb aus der Eihälfte und legt es zunächst beiseite. Und dann kommt die große Gewürzschlacht. Alles rein, was rein passt und dabei auf eine einigermaßene Ausgewogenheit achten. So konnte der Herr Koppi gestern feststellen, dass er von zu viel Maggi husten muss und ich, dass mehr als zwei Tropfen Tabasco scharf, scharf, scharf sind. Essig und Öl, dies besonders wegen der besseren Verdaulichkeit, hinzu, Deckel drauf und ir.gend.wie das halbe, gefüllte Ei komplett in den Mund. Köstlich. Als Kind wurde ich von meiner Mutter jedes Jahr genötigt, eine Scheibe Brot zu den Eiern zu essen, weil nur Eier, das geht ja nicht. Das fand ich immer blöd und deshalb durfte der Herr Koppi gestern nur Eier essen. Zwei Stück. Wir sagen zu den Eiern immer Soleier, so wie ich es aus meiner Kindheit kenne, wobei mir irgendwann während meiner Jugend klar wurde, dass man Soleier eigentlich in einer Salzlake einlegt. Ist aber egal, lecker ist lecker.