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Da.
Antons Stimme rasselt wie die von Darth Vader, der allerdings gerade einen fiesen Laserschwerthieb zwischen die Beine bekommen hat.
Ein Literaturstöckchen von Herrn Lucky Jack.
Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat).
Öffne das Buch auf Seite 123.
Finde den fünften Satz.
Poste die nächsten drei Sätze.
Wirf dein Stöckchen an 5 weitere Blogger!
Das mit den 123 Seiten hätte schon zu einem Problem werden können. Wir haben zwar eine dicke Bücherkiste im Wohnzimmer stehen, aber die ist voll mit den Bilderbüchern des Herrn Anton. Zum Glück hat Koppi seine Morgenlektüre auf dem Couchtisch liegen lassen, denn für alles andere hätte ich aufstehen müssen.
Dummerweise gibt es kein derartiges Gebäude hier in der Stadt! Meinen Sie? Hm, mal überlegen!
aus “Walt Disneys Lustiges Taschenbuch: 50 Jahre Onkel Dagobert“, 1997, Egmont Ehapa Verlag GmbH
schlechte Nacht - stopp - Fieber, Husten, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen - stopp - Anton zum Kinderarzt - stopp - Frau Antonmann zum Hausarzt - stopp
Wissen Sie, was das Allerschlimmste ist? Dass Montag Rosenmontag ist und ich so überhaupt gar kein Lust habe, mich zu verkleiden. Letztes Jahr war ich Nonne, aber auch nur, weil eine Kollegin dieses Kostüm im Schrank hatte. Ob ich es eventuell wage, mich einfach nicht zu verkleiden? Vielleicht könnte ich ja sagen, dass ein böser Hund mein Kostüm zerrissen hat oder, dass ich nicht wollte, dass sich die Kinder, die kein Kostüm haben, ausgegrenzt fühlen oder, dass ich einfach so bleiben möchte wie ich bin.
Kann das Kind sich nicht mal ein paar Minuten alleine beschäftigen? Warum muss ich eigentlich ständig so ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nicht permanent aufopferungsvoll mit dem Kind spiele? Wieso können andere Menschen in Ruhe Zeitung lesen oder einen Kaffee trinken, ohne das das Kind an deren Nerven zerrt? Und überhaupt, warum regnet es eigentlich den ganzen Tag und ist es nötig, dass meine Nase so verstopft ist?
Mit einem herzhaften Rülpser begrüße ich die Gelomyrtoltablette von heute Morgen.
Ich wollte Veränderung und meine Gründe dafür waren gut und nachvollziehbar. Lange habe ich mich mit diesem Vorhaben beschäftigt, habe unendlich viele Gespräche geführt, mit mir und mit anderen, habe abgewägt und innere Listen geführt, um dann vor ein paar Tagen plötzlich ganz klar zu wissen, dass es gut ist, so wie es ist, weil es so, wie es ist, noch Perspektiven für mich gibt. Manchmal muss man halt viele Frösche küssen, um festzustellen, dass man den Prinzen schon an der Hand hat. Und übrigens, nächtliche Krankenhausflure von Notfallstationen eignen sich extremst, um seine Gedanken wieder auf Reihe zu bekommen.
Kiepchen, Ami?
Da kommt man schlagkaputt von der Arbeit, ist mindestens um zehn Jahre gealtert, weil man spontan zwei Stunden Vertretungsunterricht in der ersten Klasse machen durfte, und wie ist Herr Anton drauf? G’schäftig. Extremst süß, aber nur am Reden und Tun.
Da war ich heute beim Bäcker und habe ein Schokini bekommen, aber ohne Papier drumrum, mit einer Tüüühhte. Ist das Essen schon fertig? Sieht aber lecker aus. Der Backofen ist heiß. Soll ich Lotta holen? Noch ein Aufgabe, sagt sie, dann kommt sie runter. Das Speigelei ist aber sehr lecker geworden, ich liiiebe ja Spiegeleier. Ich hab’ ja ein Messer, ich brauche kein Messer. Warum habe ich ein Messer, Mama? Kannst du mir das Ei so mit der Gabel schneiden? Ich nehme mir jetzt was Süßes, ich weiß noch nicht was, das suche ich mir noch aus. Darf ich Polly nehmen? Ich habe mir drei genommen, schau Mama, das sind drei, eins, zwei drei. Ich muss mal, aber geh’ raus, wenn ich mache. Die Hände wasche ich mir alleine und seifen kann ich auch. Geh’ raus. Papa fährt zu Obi, ich will mit zu Obi, da will ich in einen Wagen mit Auto und Tür und Lenkrad. Kommst du auch mit, Mama? Brauche ich eine Mütze? Bei den blauen Schuhen tun mir beim Laufen die Füße weh, aber heute nicht, aber ich nehm’ doch die Winterschuhe. Hat Lotta auch Winterschuhe an? Soll ich schon mal das Auto aufschließen? Kann ich vorne sitzen? Guck mal, der Sitz ist schon vorne. Lotta, willst du vorne sitzen? Mama, Lotta will nicht vorne sitzen, dann kann ich schon mal einsteigen. Man darf nicht einfach so hupen, nur mal, wenn kaaaaain Auto zu sehen ist. Wenn man das Fernlicht anschaltet, dann leuchtet das blaue Licht. Oder man kann auch blinken. Meine Taschenlampe liegt ja noch im Auto, die nehme ich mit.
Viel, viel Spaß bei Obi, meine Lieben.
Noch oin büsschen zu heiß sagt Anton jeden Abend zu seiner Milch. Also hält Frau Antonmann die Milchpulle kurz unter den Wasserhahn und das lustige Spiel beginnt: Noch oin büsschen zu heiß, Wasserhahn, noch oin büsschen zu heiß , Wasserhahn. Das geht dann solange, bis: Nun isse zu kalt.
In der Folge Das magische Kindermädchen lässt sich Bart, während er vor dem Fernseher sitzt, von Shary Bobbins Pfeffer auf sein Brot mahlen. Noch ein bisschen mehr, noch ein bisschen mehr, noch ein bisschen mehr. Das geht dann solange, bis: Jetzt ist es zu viel, räumen sie es weg.
Das Lottakind ist heute zum ersten Mal mit drei Freundinnen alleine im Einkaufzentrum zum Mädelsshopping. Auf der Hinfahrt unterhielten sich die Vier darüber, ob sie auch alle ihre Handys dabei hätten. Na klar, meine Mutter bekommt eine Krise, wenn sie mich nicht erreichen kann sagte Tochterfreundin und die drei Anderen machten so was wie hach ja, Mütter und gackerten albern.
Bis jetzt hat mich das Tochterkind drei Mal angerufen, wegen irgendwelcher Pillepallefragen. Äh, weißt du noch, wo ich mal die Handyanhänger gesehen habe? Die mit Herz oder Totenkopf oder so.
Echt schwer für uns Mütter, das mit der Abnabelung.
Da.
Ich will jetzt Sommer, sofort. Und vor Wut, weil ich meinen Willen nicht bekomme, könnte ich mich glatt in den nächsten Ü-Eier-Aufsteller schmeißen.
Die schönste Zeit des Tages beginnt, wenn das Kind sagt Ich brauche eine Windel, denn dann zieht es sich in sein Zimmer zurück und tut, was es tun muss. Und ich kann tun, was ich sonst nicht tun kann, mich gemütlich zurücklehnen und in Ruhe einen Kaffee trinken. Man sollte lediglich darauf achten, dass das Kind sich nicht heimlich in das Zimmer des großen Bruders schleicht, was es zu gern tut, wenn dieser nicht da ist, denn der riecht auch noch Stunden später, was in seinem Zimmer für Geschäfte getätigt wurden.
Auch wenn es bei uns erst nächste Woche Zeugnisse gibt, hat mir die Idee von Frau DüneSieben gefallen. Darum gibt es hier meinen ersten Schultag und die Erkenntnis, dass ich seit über 30 Jahren die Schule nicht mehr verlassen habe. 7 verschiedene Schulen waren es seit diesem Tag, nur die Seite hat sich irgendwann geändert. Und 3 Schulblickwinkel trage ich in mir: Schülerin, Lehrerin und Mutter. Ich glaube, das mit der Mutter ist der schwierigste Job.
Ein Kind, das auf die Nase fällt, kann wie ein Schwein bluten.
(Die graue Variante zum Händetrocknen erweist sich auch in diesem Einsatzbereich in Punkto Saugkraft als äußerst ineffektiv.)
Manchmal, wenn das Kind auf meinem Schoß sitzt und sehr konzentriert ist, weil es Zuhört oder Zuschaut, dann knibbelt es an meinen Fingern rum und irgendwann geht es dann mit seinen Fingernägeln unter meine Fingernägel und das finde ich furchtbar. Gänsehautfurchtbar.
Manchmal ist es sehr ermüdend und kräfteraubend, kleinen Menschen die Zahlzerlegung im Zahlenraum bis 10 zu vermitteln. Besonders, wenn diese kleinen Menschen sich allgemein sehr schwer tun mit dem Lernen.
Wir spielen mit der großen Zerlegungskiste, wir basteln kleine Schüttelboxen aus Streichholzschachteln, wir lassen Kinder ins Zahlenhaus einziehen, wir lassen Ruderer in Rechenschiffchen einsteigen, wir haben viel Spaß und feiern Rechenkönigfeste. Und wenn ich mich nach all dem Tun mit einer Schüttelbox schüttel, schüttel schüttel neben das ein oder andere Kind setze, dann schaut mich das ein oder andere Kind mit großen Augen an und gibt mir einen wunderbaren Einblick in sein Reich der Mathemagie.
Zeit für mich, mal kurz in die Tischkante zu beißen und mir für morgen was Neues auszudenken.
Das schlimmste Zeugnis schiebe ich die ganze Zeitvor mir her.
(Eigentlich habe ich ja so eine kleine interne Regel. Ich öffne alle noch zu schreibenden Zeugnisse und nehme immer das, was gerade kommt. Mal denke ich och, das geht schnell und mal denke ich okay, dann habe ich’s halt hinter mir. Aber das eine, das überspringe ich ständig.)
So eine Sonntagsregenwetterbeschäftigung.
Alle Antonmenschen sitzen um des Herrn Koppis Legoteppich herum. Massen von Steinchen türmen sich zwischen ihnen auf. Gebaut werden soll das Raumschiff von General Grievous. Herr Koppi gibt Suchbefehle: glatter Zweier in dunkelgrau, schwarzer Sechser, hellgrauer Einerpömpel, schräge Flügelplatte, sechs glatte, braune Achterplatten, Haltegriff für Laserschwert, vier weiße Arme vom General. Es ist eine elende Scheißarbeit und alle sind vergnügt. Es wird geplaudert, gewitzelt, geflucht. Hände wühlen sich durch das Legoallerlei, begleitet vom ewigen Rauschen der Steine. Frau Antonmann ist Meisterin im Langesuchen und Plötzlichfinden. Es wird über effektivere Sortierungssysteme gefachsimpelt und das Lottakind fängt schon mal an, alle weißen Teile rauszusuchen.
(Ich sehe mich auf dem gelbgrünen Teppich in meinem Kinderzimmer sitzen. Die große Tonne mit Legosteinen ist ausgekippt und zusammen mit C. und C., den beiden Nachbarskindern, baue ich stundenlang Krankenhäuser, Bahnhöfe, Indianerfamilien mit Booten, Schienennetze für die Eisenbahn und Lakritzkatzenspender.)
Sollten Sie irgendwann mal vor der Entscheidung stehen, bei ströhmendem Regen mit einem durchgeknallten, weil mittagsschlaflos, Zweijährigen und einem durchgeknallten, weil bewegungsdefizitär, Neunjährigen entweder Entenfüttern oder zu Ikea zu gehen, dann GEHEN SIE ENTENFÜTTERN. Alles andere würde Sie in den Wahnsinn treiben.
Man darf dem Kind vor dem Mittagsschlaf nichts, nichts, nichts sagen. Die bloße Ankündigung, dass wir nach dem Mittagsschlaf, nach dem Tortelliniessen, nach Daslottakindausdergroßenstadtabholen, bei schönem Wetter zu den Enten und den Schwänen gehen und bei schlechtem Wetter zu Ikea fahren, bringt das Kind so in Wallung, dass es alle 10 Minuten an der Treppe steht und fragt, ob nun ein neuer Tag angefangen hat.
(Fabelhaft und unendlich schmeichelnd, danke.)
Frau Zwilobit, an mein Herz. Ich finde Sie wunderbar, weil Sie einen einzigartigen Blick auf die Dinge haben. Auf die Dinge, die sind, die Dinge, die waren und die Dinge, die sich verbergen. Ich liebe die Art, wie Sie große Sachen in kleinen Menschen sehen und wie sie kleine Sachen mit Worten groß machen.
Frau DüneSieben, an mein Herz. Ich finde Sie wunderbar, weil Sie in der Art, wie Sie über sich und Ihre Familie schreiben, mir oft so unglaublich nah sind, weil ich, wenn meine Tochter beim Abendbrot launisch ist, mich gleich frage, ob Sie wohl auch solche Situationen kennen, weil Ihre einzigartige Vergangenheit immer wieder einzigartige Erzählungen und Erinnerungen zum Vorschein bringt.
Frau Ami, an mein Herz. Ich finde Sie wunderbar, weil aus einer kleinen Bloggerei eine große Freundschaft geworden ist. Ein einzigartiges Geschenk. Ihr Blick auf die Welt, auf Ihr Leben, ernsthaft, schwurbelig, ironisch, mit lachenden und kniepernden Augen ist ein Teil von meinem Leben geworden.
Frau June, an mein Herz. Ich finde Sie wunderbar, weil ich das große Glück hatte, Sie und Ihre Familie persönlich kennenzulernen und weil ich in Gedanken oft bei Ihnen bin. Sie haben ein unglaublich gutes Herz und das tut so gut.
Frau Larissa, an mein Herz. Ich finde Sie wunderbar, weil ich durch Sie zum Bloggen gekommen bin. Das werde ich Ihnen nie vergessen. Bei Ihnen zu lesen ist fast wie ein Stück Heimat.
Wenn ich von der Schule nach Hause komme und die Haustür ins Wochenende öffnen möchte, dann bringt mich das nahezu an den Rand der Verzweiflung, wenn ich die Haustür nicht aufgeschlossen bekomme, wenn der Schlüssel einfach nicht ins Schloss passen will. Ich spüre, wie die leichte Ungeduld in Wut umschlägt. Wut auf den Schlüssel und Wut auf das Schloss, weil die beiden es nicht auf die Reihe kriegen. Also stelle ich erst mal meine Tasche ab, wickel meinen Schal vom Hals, weil die Hitze in mir aufsteigt. Nun noch mal ganz in Ruhe. Und beim letzten ganz in Ruhe schleicht sich langsam die Gewissheit in mein Hirn, dass ich die ganze Zeit versuche, die Haustür mit dem Schulschlüssel zu öffnen. Ich entschuldige mich kurz bei Schlüssel und Schloss, denn meine Flüche waren leise, aber gemein und öffne die Tür ins Wochenende.
Schön, wenn das Kind sich einen ganzen Schokokuss in den Mund schieb, wenn das Kind feststellt, dass es keine Schokoküsse mag, wenn das Kind mir die eingespeichelte Schokokussmasse in die reflexartig hingehaltene Hand spuckt.
Ein besorgter Neunjähriger kommt die Treppe runter. Mama, Anton stöhnt. Eine besorgte Frau Antonmann rennt die Treppe rauf und lauscht an der Tür. Der stöhnt doch nicht, Koppi, der singt. Ach so.
(Beim Betrachten des Bildes fällt mir auf, dass die Papierauswahl eher zu Antons Geburtstag gepasst hätte, aber den Herrn Koppi hat es nicht weiter gestört, Hauptsache der Inhalte stimmte.)
Seit einer Stunde stehe ich wieder aufrecht. Db Eva hatte am Vormittag Anton zu seinen Großeltern gebracht, damit ich auch wirklich in Ruhe schlafen konnte (so ohne Kind, dass ständig kratzend an meiner Schlafzimmertür steht) und heute Nachmittag als Alleinunterhalterin wieder fit bin, der weltbeste Apfelkuchen ist im Backofen und der Postbote hat gerade das letzte Geschenk, das Koppi heute Nachmittag von seiner Großmutter bekommen soll, gebracht.
Joghurtkäsegeruch ist einem frischen Nenedentgeruch gewichen, Kälte sitzt trotz dickem dbEvapulli hartnäckig in jeder Frauantonmannfaser, Kopfschmerzen haben sich verschärft, ich geh’ jetzt ins Bett. Hoffentlich bin ich morgen zum wichtigen Geburtstag wieder fit. Ein Geschenk fehlt noch.
Manchmal sagen Menschen Sachen, die mich still und traurig machen.
Mir ist kalt, ich habe Kopfschmerzen, der kleine Herr meint es gut mit mir, gibt mir einen Kuss und riecht dabei nach einer Mischung aus Zitronenjoghurt und Bergkäse.
Es macht mich nervös, wenn ein wichtiger Geburtstag ansteht und zwei wichtige Geschenke noch nicht da sind.
Die Kinder gucken High School Musical II. Hol mich hier raus.
Ich durfte heute einen dicken Frosch küssen. Ob er allerdings zum Prinzen wird, ist noch nicht klar.
Heute in der Grundschule wurde den Kindern das Buch von Frederick vorgelesen. E. rutschte beim Zuhören immer dichter an mich ran, legte irgendwann seinen Kopf auf meinen Schoß und streichelte versunken meine Strumpfhosenbeine. Kollegin und ich schmunzelten uns verstohlen zu.
Das ist aber auch ein schönes Buch.
Es gibt bestimmt eine große Firma, die stellt nur Schultoilettenpapier her. Sie wissen schon, dieses graue, harte, das so muffig nach altem Papier riecht und so, sagen wir, ineffektiv in der Benutzung ist, mit so wenig Saug- und Wischkraft, das sich nur durch mehrmaliges Spülen in den Abfluss quälen lässt. In dieser Firma arbeiten bestimmt nur ganz unglückliche Menschen, mit grauer Haut, grauen Gedanken und grauen Kitteln.
Es kam mal ein Fensterputzer bei mir vorbei, um sich einen Eindruck von den örtlichen Begebenheiten zu machen. Er und ich gingen durch unser Haus. Ich zeigte ihm alle Fenster, er machte für jedes Fenster einen Strich in seinem Notitzbuch. Lassen Sie mir 48 Stunden Zeit, dann melde ich mich und mache Ihnen ein Angebot sagte er zum Abschied. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Meine Fenster sind zwar seitdem nicht sauberer, aber ich lebe wesentlich entspannter mit dem Wissen, dass es sogar einem Fensterputzer zu viel Arbeit ist.
Da.
Dass man immer schon vor dem Kind weiß, dass es ganz nötig auf Toilette muss.
Wenn eine Packung Pringl.es leergegessen ist, dann bleiben ganz unten in der Dose immer noch so Gewürzmischungkrümel übrig. Die schmecken herrlisch und man möchte die so gerne mit dem Finger aufstipsen. Nur, man kommt nicht dran. Also quält man seine Hand in die Packung und versucht irgendwie an die Krümel zu kommen. Hinterher ist dann immer die ganze Hand versaut und die Knöchel glänzen fettig.
Also, bei mir ist das jedenfalls so.
Jedesmal ärgere ich mich, dass ich nicht Krümel Krümel sein lassen kann. Aber, kann ich halt nicht. Irgendwie muss man da doch besser drankommen. Vielleicht mit einer kleineren Hand? Aber ich kann ja nun schlecht den Herrn Anton bitten, für mich in die Packung zu langen, damit ich ihm hinterher seine Finger ablecken kann. Oder Aufschneiden? Das ist auch doof, weil die Packung aus so fester Pappe ist und, wenn ich mich dann mit der großen Schere abmühe, dann lachen hier wieder alle über mich. Wegen der Krümel und so.
Tja.
Der Erste erzählt, dass er in den Ferien bei seiner Oma war, dass er bei seiner Oma gekotzt hat, dass er Silvester nicht geknallt hat.
Der Zweite erzählt, dass er in den Ferien einen Skorpion bekommen hat, dass der Skorpion ihm in die Hand gebissen hat, dass er deswegen im Krankenhaus war.
Der Dritte erzählt, dass er bei seiner Oma war, dass er im Schwimmbad war, dass das Wasser ganz kalt war.
Der Vierte erzählt, dass er ein Fahrrad zu Weihnachten bekommen hat, dass er noch nicht damit gefahren ist.
Der Fünfte erzählt, dass er auf einer Hochzeit war, dass auf der Hochzeit jemand gestorben ist, dass der eine Batterie im Herz hatte, dass das eine Unglückshochzeit war.
Der Sechste erzählt, dass er Murmeln und ein rote Trinkflasche zu Weihnachten bekommen hat.
Der Siebte erzählt, dass er keine Weihnachten gefeiert hat.
Der Achte erzählt, dass er bei seiner Oma war, dass er bei seinem Vater war, dass er bei seiner Mutter war.
Die Neunte erzählt, dass sie eine Puppe zu Weihnachten bekommen hat, dass sie Wunderkerzen schön findet.
Der Zehnte erzählt, dass sein Vater an Silvester mit Knallern nach ihm geworfen hat.
Der Elfte erzählt, dass er zu Weihnachten Inliner, Lego und ein Ritterburg bekommen hat.
Der Zwölfe erzählt, dass er bei seiner Oma war, dass er Die kleine Hexe und Das kleine Gespenst zu Weihnachten bekommen hat, dass er übermorgen erst wieder nach Hause gekommen ist.
Ach ja, Schule hat wieder angefangen und alle sind gesund und munter aus den Ferien gekommen.
Ich bin eine Immertrinkresteimglaslasserin. Ganz schlimm ist das. Besonders weil ich auch eine Immerglasganzvolleingießerin bin. Und dann lachen die auch noch über mich, pffffh. Trinkt doch euren blöden Apfelsaft alleine aus.
hinter die Kulissen:
Sehen Sie, dass es Augenblicke gab, in denen Anton und Ben friedlich zusammen spielten, sehen Sie, wie Frau Ami mit fünf Kindern speist und trotzdem noch lachen kann, sehen Sie, was die Amikinder machen, während die Mutter bloggt, sehen Sie, wie Lillyfee mein Herz berührt.
Als Frau Ami heute Nacht mit ihren Kindern in der Dunkelheit verschwand, machte sich ein leichtes Gefühl von Beklommenheit in mir breit. Alle Spuren des Besuchs waren beseitigt. Keine Milchfläschen mehr in der Küche, kein Koffer mehr im Gästezimmer, kein Autositz mehr im Flur, kein Amihandy mehr auf dem Sofa, keine Benjacke mehr in der Kindergarderobe, kein Lillyspielzeug mehr auf dem Fußboden.
Wie ungemein erfreut war ich dann heute morgen, als ich das auf unserem Gästeklo fand:
Dazu muss man sagen, dass die Zahnbürste lediglich eine Ersatzbürste ist, da die Frau Ami ihre eigene zu Hause vergessen hatte und somit bei uns mit einer Juniorbürste ihre Zähne putzen musste. Aber, die Zahnpasta, vergessen auf unserem Gästeklo. Ich bin begeistert. (Keine Sorge, ich werde kein Zahnpasta bleibt oder Zahnpasta verreist daraus machen.)
Und dann, vorhin beim Reisbettzusammenlegen, der nächste Frau Antonmannjubel. Ein Bendidi.
Mein Glück ist perfekt. Zahnpasta und Didi, das ist doch viel.
:)
Gute Fahrt durchs Bloggerland.
Wenn das Leben im Hause Antonman tobt, gerne so eine Stunde vor Kleinekinderinsbettzeit, wenn die Multitaskingfähigkeiten der Frau Antonmann durch Erziehung, Küche und Schlafmangel auf eine harte Probe gestellt werden, dann sitzt Frau Ami wie eine Insel mitten im Chaos und puzzelt. Mit Anton und Ben. Anton darf sagen, welches Tier auf dem Puzzleteil ist und Ben darf’s an die rechte Stelle setzen. Und diese kleine Ami-Insel war meine Rettung. Die Rettung für die letzte Stunde Elternalltag.
Wenn es nicht was von Sensationsjournalismus gehabt hätte, wenn ich mir nicht zu pietätlos vorkommen wäre, dann hätte ich heute Nacht für Sie live gebloggt. Live gebloggt, während Frau Ami wie ein flinker Hase treppauf und treppab mal zum schreienden Ben mal zur schreienden Lilly huschte. Dann hätte ich schreiben können, dass immer wenn Ben im oberen Stock wie angestochen schrie, dass dann Lilly solidarisch im unteren Stock Mamajammer bekam, dass immer wenn Frau Ami sich unten um Lilly kümmerte, db Eva versuchte Ben oben durch den Einsatz seiner lieblichen Stimme zur Besinnung zu bringen. Das war dem total egal, ob ich mit ihm redete oder nicht, der hat einfach nur geschrieen. Erst eine klare Ansage von Frau Ami brachte irgendwann den erwünschten Erfolg bei Ben. Ruhe. Gefühlte zwei Stunden dauerte der Zwergenaufstand, 30 Miunten waren es in Echtzeit. Danach wünschte ich mir dann auch eine klare Ansage von Frau Ami, damit ich wieder hätte einschlafen können. Leider hat sie mein Schreien nicht gehört und so lag ich britzebratzewach in meinem Bett und dachte angestrengt darüber nach, ob das Wort spinnös im Duden steht oder nur eine kreative Wortschöpfung ist. So stellte ich mir Assistenzärtze bei der Visite vor, die darüber fachsimpeln, dass Frau Rüttimeier die Nacht über extrem spinnös gewesen sei, sich jetzt nach der Nacht jedoch wieder gefangen hätte. Ich geh’ dann mal googeln.
Das Schöne an heute ist, dass morgen schon Frau Ami kommt. Ich darf zwar zum Glück noch zweimal schlafen, aber hey, morgen schon. Und ich freu mich was.



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