Korfu
2. Oktober 2007
Waren Sie schon mal mit drei Kindern in einem Restaurant?
Für diejenigen unter Ihnen, die die Frage mit einem deutlichen Nein beantworten, folgt nun ein kurzer Einblick in einen vollkommen normalen Dreikinderwahnsinn. (Ich weiß, dass einige wenige von Ihnen bei der Frage nicken. Sie dürfen trotzdem gerne weiterlesen, wissend lächeln und leise kenn’ ich, kenn’ ich vor sich hin sagen.)
Eigentlich sollte es ja zum Abendbrot Fischburger geben, aber mir war irgendwie mehr nach Restaurantbesuch zumute. Der Mittlere nimmt mich fest in den Arm und sagt Ich freue mich so, dass du so eine gute Idee hattest.
Im Restaurant müssen wir dann damit leben, dass wir eine gefühlte Ewigkeit lang die Aufmerksamkeit sämtlicher Restaurantbesucher auf uns ziehen. Die zwei Großen verhandeln lautstark darüber, wer neben Papa sitzen darf und der Kleine kräht mit so kräftiger Stimme, dass er Nudeln essen möchte, dass der Koch daraufhin bestimmt schon den Topf mit Salzwasser auf den Herd stellt.
Wenn dann erst mal alle sitzen, kehrt etwas Ruhe ein und auch die übrigen Gäste können sich wieder ihren eigenen Gesprächen zuwenden. Herr Anton bekommt eine Malunterlage und will sofort loslegen. Leider sind alle Buntstifte abgebrochen und bevor ich mich in die Speisekarte vertiefen kann, muss erst der Anspitzer, der zum Glück gleich mitgeliefert wurde, in Betrieb genommen werden. Der Mittlere erklärt, dass er gar nichts essen wolle und der Kleine will halt Nudeln. Mit der Großen entbrennt eine Diskussion über die Größe des koffeinhaltigen Getränks (mehr als 0,2l ist auf keinen Fall drin), der Mittlere will eine Fanta, der Kleine natürlich auch.
Das Essen verläuft friedlich. Ich kann meine Multitaskingfähigkeiten wieder unter Beweis stellen. Antons Nudeln pusten, umgekippte Fanta aufwischen, selber essen und Anton erklären, warum er keinen Ouzo bekommt. Als alle mit Essen fertig sind, fällt dem Mittleren ein, dass er nun auch Hunger hat, rutscht nach der Ansage, dass es keine Pommes mehr für ihn gäbe, weinend unter den Tisch, taucht kurzeitig auf, da der Vater ihn dazu nötigt, um kurz danach wieder abzutauchen. Zeit, zu bezahlen. Der wirklich beste Ehemann von allen bestellt noch schnell eine Portion Pommes zum Mitnehmen, wofür er von seiner Frau im Auto eine kurze Rüge bekommt.
Zu Hause legt Anton noch eben mal einen leichten Trotzanfall hin, da er den Abschiedslolli erst morgen essen darf, Koppi heult wieder, weil die Pommes ihm nicht schmecken und Frau Antonmann ist glücklich, dass nun Feierabend ist und sie in Ruhe bloggen kann.

2. Oktober 2007 at 21:03
Irgendwie klingt das alles doch ganz manierlich, oder?
2. Oktober 2007 at 22:02
Alles im grünen Bereich.
2. Oktober 2007 at 22:53
Hach schön.
Daß jetzt Ruhe ist.
2. Oktober 2007 at 23:07
Jaha … Herrlich. Ich darf “kenn ich, kenn ich” murmeln und wissend nicken.
ABER: beim letzten Restaurantbesuch waren meine kleinen Monster sehr manierlich und haben von den Nudeln nicht einen Haps vorsätzlich auf den Boden geworfen, den Inhalt des Glases nicht einfach über den Teller gekippt …
Ich hege also noch Hoffnungen ;)
3. Oktober 2007 at 8:37
schön, wir haben gerade sehr lachen müssen. das geht uns allerdings schon mit zwei kindern so…..
3. Oktober 2007 at 8:45
Ich weiß, dass das in einem gewissen Alter (also Alter der Kinder;)) die Menge der Kinder eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und wenn ich dann an Ihren letzten Hamburgrestaurantbesuch denke… :)
3. Oktober 2007 at 10:41
Vielleicht wäre die Runde Ouzo für alle doch eine nicht so schlechte Idee gewesen?
3. Oktober 2007 at 20:45
Hallo!
3. Oktober 2007 at 21:12
Boah, ich hab da schon schlimmere Sachen mit meinen kleinen Cousins erlebt. Mit 5 keinen noergelnden Kindern, viel Spass. Aber es bringt auch Spass, ich hoffe, der Abend wurde trotz allem genossen und wuensche einen angenehmen Schlaf heut Nacht ;)
3. Oktober 2007 at 21:56
Ja, der Abend wurde genossen. Vielen Dank.
(5 sind ja auch noch mal 2 mehr:))
4. Oktober 2007 at 12:10
das ging doch noch ;-)
*kenn’ ich, kenn’ ich* leise vor sich hin sagend.
7. Oktober 2007 at 10:55
“laut gelacht” - lea kommt um die ecke und fragt, warum lachst du…..
weil ich den besten POST gelesen habe - aus dem herzen, grüsse eva
7. Oktober 2007 at 12:23
Oh, danke.
7. Oktober 2007 at 21:07
Ach, mir kommt es mit 1 Kind schon bekannt vor… Multitasking ist die Rettung aller Mütter.
9. Oktober 2007 at 16:52
Beim lesen hatte ich das Gefühl Du hattest meine Kinder dabei gehabt ;o)
liebe Grüsse Ursel
…mit Carlos ,Emilio und Finlay
9. Oktober 2007 at 17:25
Na, wenigstens hat niemand gekotzt.
9. Oktober 2007 at 18:04
Sie kennen sich aus mit sowas?
4. November 2007 at 21:20
[...] November 4th, 2007 in Familie Antonmann Nach Korfu könnte ich heute ausgiebig über Odysseus berichten. Da sich viele Dinge im Dreikinderalltag [...]
12. Dezember 2007 at 0:16
… und wir haben sogar vier Kinder…
Freuden der Elternschaft, das ist manchmal alles, was einem noch einfällt. bei unserem letzten Restaurantbesuch sagten auf einmal alle drei Großen laustark und unisono (mit rollendem R): “RRRRattenfleisch”. Peinlich, peinlich, wenn auf einmal im ganzen Restaurant die Gespräche verstummen und sich alle Köpfe zu der Großfamilie auf Reisen umdrehen. Was sie uns damit sagen wollten, habe ich übrigens noch nicht herausgefunden.
LG susanne
12. Dezember 2007 at 12:45
Ich gehe mal davon aus, dass das nicht die Bestellung sein sollte;)