You are currently browsing the monthly archive for Oktober, 2007.
Das Lottakind und ich haben einen HPdeal gemacht. Da wir beide das Buch haben wollten und auch beide gleich anfangen wollten zu lesen, wurde ausgehandelt, dass sie 2/3 des Buches bezahlt und ich 1/3. Mit ihren 2/3 hat sie das Vorzugriffsrecht auf das Buch erworben, das heißt, ich darf immer nur lesen, wenn sie gerade nicht liest. In der Praxis bedeutet das dann, dass ich eigentlich nur abends im Bett lesen kann, wenn das Kind schon schläft. Leider geht das Kind derzeit extrem spät ins Bett und liest dann noch extrem lange. Also stehe ich mit meinem Kippchen im Garten, frierend und hundemüde, und warte mit sehnsüchtigem Blick hoch zum Mädchenzimmer, dass das Licht gelöscht wird. Damit ich endlich ins Bett gehen und wenigstens noch vier Seiten lesen kann.
Anton und db Eva machen Witzelkram am Frühstückstisch. Ich steige mit ein. Darauf ein vorwurfsvoller Blick des Herrn Anton und ein Ich red’ grad nicht mir dir, Mama.
*
Ich versuche HP zu lesen, was tagsüber nahezu ein Ding der Unmöglichkeit für mich ist. Anton quasselt und quasselt. Kannst du nicht mal still sein? Ich red’ grad nicht mit dir, Mama. Ich red’ mit meinen Füßen.
die Stiefelchen für’s Röckelchen
Weil Sie es schon vor ewigen Zeiten wissen wollten, habe ich schon vor ewigen Zeiten bei meiner Mutter nachgefragt. Bei dem Bohnenauflauf aus meiner Kindheit handelt es sich um ein klassisches Freischnauzegericht:
Kartoffelbrei (selbstgemacht oder Pulverpampe, nicht zu flüssig) in eine Auflaufform geben, TK Bohnen vorkochen und auf den Kartoffelbrei geben, Wasser vom Bohnenkochen aufheben, 500 g Hackfleisch (gewürzt) anbraten und auf die Bohnen geben. Aus dem Bohnenwasser und einer Ecke Schmelzkäse eine Soße kochen und diese über den Auflauf geben. Dann alles in den Ofen und bei normaler Auflaufbacktemperatur eine normale Auflaufbackzeit lang backen.
Frag mich nicht nach genaueren Mengen, ich habe keine Ahnung und meine Mutter sagte immer nur na, normale Kartoffelbreimenge halt, je nachdem für wieviel Personen man kocht und bei der Soße meinte sie soviel, dass es nicht zu matschig wird. Bitte ausprobieren und berichten.
Mist, ich krieg diesen letzten Affen nicht befreit.
Zur Lage: Da ist so eine Wand mit Efeu an der ich hochklettern kann. Dann kommt allerdings ein großer Stein und ich komme nicht weiter. Midna sagt, dass ich den Stein irgendwie kaputt machen soll. Ist eh klar, aber der liegt so hoch, dass ich da mit den roten Käfern nicht hinlange.
Frau Jette, Herr Ami, irgendwelche Tipps?
Edit: Erlädischt. Danke, Herr Ami.
Wie oft sind Sie als Frau schon vom Friseur gekommen, haben sich vor den Spiegel gestellt und gesagt Diese Frisur ist der Wahnsinn? Wie oft haben Sie sich einen Tag später nach dem Haarewaschen und Selberfönen vor den Spiegel gestellt und immer noch behauptet Diese Frisur ist der Wahnsinn?
Mir ist das noch nicht oft passiert, aber gestern und heute.
Warum fängt die Haut beim Tragen von Wollstrumpfhosen immer an zu jucken? Schon als Kind hat mich das ganz wahnsinnig gemacht. Und auch heute noch, kaum sitze ich auf einem Stuhl, juckt mein Hinterteil. So schlimm, dass ich nicht mehr sitzen mag. Und mein linker Oberschenkel ist über dem Knie schon ganz rotgerubbelt. Dabei liebe ich doch mein neues Röckelchen so sehr und dazu gehören nun mal dicke Wollstrumpfhosen.
Lecker, wenn bei Anton die dicke Nasensuppe aus der Nase läuft. Noch leckerer, wenn die ganze Suppe mit einem Schniep wieder dahin verschindet woher sie gekommen ist, sobald ich mit dem Taschentuch ankomme. Blöd, wenn Kinder noch nicht schnauben können.
Verstecken spielen mit kleinen Kindern ist doch immer wieder ein gar lustiger Zeitvertreib.
Eltern sind doch bei dieser ganzen Zeitumstellerei immer die gelackmeierten, denn den Kindern ist es total wumpe, ob jemand an der Uhr gedreht hat oder nicht. Den einzigen Gefallen, den man sich tun sollte, ist, die Uhr erst morgen nach dem Aufstehen umzustellen, denn sonst gibt es beim ersten Blick auf den Wecker ein böses Erwachen.
Die Annahme, dass Pickel ein rein auf die Pubertät beschränktes Ärgernis sind, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Ich jedenfalls bewege mich seit vielen Jahren Schritt für Schritt weg von der Pubertät und trotzdem laufen die Pickelschen mir fleißig hinterher. Lieblingsplätze in meinem Gesicht sind die Schläfen, die Bereiche unterhalb der Mundwinkel und natürlich zwischen den Augenbrauen, da hat man ja auch die beste Aussicht. Ich kann sie ignorieren, sie ausdrücken, sie reinigen, sie cremen, sie peelen und sie wässern. Hilft alles nüschts. Sie kommen wie sie wollen, sie machen was sie wollen. Mit Vorliebe glänzen und leuchten sie und erzeugen dabei ein Spannungsgefühl auf meiner Haut. Immerhin sind so mein Concealer und ich beste Freunde geworden.
Bitteschön, Frau Feuervogel, so sieht sie aus, meine ganz private Vertreibung des Grauingraus.
Und das Tollste überhaupt an diesem Baum ist, dass ich ihn genau von meinem Sofaplätzchen aus sehen kann.
Wenn Sie also irgendwann mal das Bedürfnis haben sollten, einen Baum zu pflanzen, dann nehmen Sie einen Amberbaum, denn was der im Herbst mit seinen Blättern macht, ist einfach nur gigantisch.
Er ist da.
Gut verpackt in einem Haushaltstuch traten die Engel die Reise nach Bayern an. Erste Station war der Lacktisch der Familie June. Ochs und Esel Die beiden Kühe zeigten sich spontan zutraulich und auch Schaf und Schwein verloren schnell ihre Scheu.
Frau June drängte zum Abschied zu einem Gruppenbild, schaffte hierfür die passende Kulisse und mogelte sogar noch einen Privatengel der Familie mit ins Bild. Das Ganze wirkt etwas gestellt, aber das haben Gruppenbilder nun mal so an sich.
Zweite Station, der Lacktisch der Familie Ami. Kurzes Aufwärmen vor dem finalen Akt.
Und dann kam er endlich, der Höhepunkt für die Engel. Die Begegnung mit Herrn Tannenbaum. Reisen in die Vergangenheit - und sei es nur in die des letzten Weihnachtsfestes - haben immer einen ganz besonderen Charme. Alle Beteiligten waren extremst gerührselt. Nach einer ersten zarten Annäherung gab es kein Halten mehr und die Engel stürzten sich tief hinein in den roten Tannennadelwald.
Zwar wussten die Engel ja schon ungefähr, was sie erwarten würde, aber dass es so schön werden würde…
Wenn es an einem Herbsttag kühl, verregnet und grau ist, dann fahren unsere fleißigen Landwirte auf die Felder und streuen alles aus, was die Schweine, Kühe und Hühner so hergeben. Wenn alles gut verteilt ist, breitet sich ein würziger Geruch über der Landschaft aus. Wenn der Geruch erst mal über der Landschaft ist, dann findet er auch den Weg in unsere Lüftungsanlage. Wenn die gute Landluft in unserer Lüftungsanlage ist, dann verteilt diese die Luft gleichmäßig auf alle Zimmer. Dann ist für uns der Augenblick gekommen, die Lüftung auszuschalten. Wenn unsere Lüftung aus ist, wird es kalt in unseren Räumen, weil wir über die Anlage auch heizen. Wenn es in unseren Räumen kalt ist, dann müssen Anton und ich unbedingt Kuchen backen. Kuchen mit dicken Schokostückchen drin. Dann ist der Tag schon nicht mehr ganz so grau und ein süßer Kuchenduft verteilt sich in unserem Haus.
Die Knie des Herr Koppi waren heute für 10 Uhr in die Kinderklinik bestellt. Vier Stunden später sind wir sehr erleichtert, dass der Knoten in der linken Kniekehle eine Bakerzyste ist, die, solange sie weiterhin keine Beschwerden macht, nicht operiert werden muss. Außerdem wissen wir nun durch sonographische und konventionell radiologische Untersuchungen, dass das Streckdefizit und die Schmerzen von vor zwei Wochen von einer Osteochondrosis dissecans im linken Kniegelenks kommen und, dass bei einem MRT Anfang November der Verdacht auf eine Gelenkmaus abgeklärt werden muss.
Mein Fazit: Immer den Gameboy und den dicken Harry Potter für’s Kind einpacken, dann überleben Sie auch als Mutter solche Termine.
674 Kilometer später und Familie Antonmann ist wieder dohoim. Db Eva war so nett, einen total fertigen, aber kraftvoll austickenden Herrn Anton ins Bett zu bringen und ich darf mich daran erinnern, dass das Kind schon während der Fahrt ständig fragte: Was machen wir zu Hause? und, dass ihm meine Antwort: Wohnen. nur kaum zufrieden stellte. Nun gut, nach so pickepackevollen Tagen ist es natürlich auch nicht einfach, sich wieder auf den schöden Alltag einzustellen.
Heimgekommen bin ich mit Frau Z.elda, einem Zoo für die Engel, die u. a. eine atemberaubende Begegnung mit Herrn Tannenbaum erleben durften, einem rosa Lillyschnulli, den das Lottakind auf der Rückfahrt zwischen den Autositzen herausgepult hat, einem Teelicht und unendlich vielen Erinnerungen an schöne Begegnungen und Gespräche. Und mit dem Wissen, dass 674 Kilometer enfernt eine Menschenfrau lebt, der ich mich unglaublich nah fühle.
Und aus. Das letzte gemeinsame Kiepchen ist geraucht, das letzte Mädchenbier geleert. Ich weiß noch nicht, wie mein Leben ohne Frau Ami weitergehen soll. Es gibt einfach Dinge die erlebt man nur mit ihr. Und das ist einfach nur genial.
Und übrigens, trotz aller Planungen war das heute unsere erste und einzige gemeinsame Grey’s Folge. Warum das, das kann nur Frau Ami erzählen, oder auch nicht.
Mädelsnachmittag und der zweite Versuch, die oberbayrische Wirtschaft ordentlich anzukurbeln.
Und da Herr Koppi noch meilenweit vom Stimmbruch entfernt ist, darf er mit.
In eine oberbayrische Kleinstadt zu fahren, mit dem Ziel, nun mal ordentlich Geld auf den Kopp zu hauen, ist sicherlich schon eine recht kurzsichtige Aktion - kennen Sie oberbayrische Kleinstädte? Mit vier Kindern, drei eigenen und einem fremden, in einer oberbayrischen Kleinstadt aufzulaufen und weiterhin Gemütlicheshoppingtour im Kopf zu haben, ist schon recht blauäugig. Wenn dann ein Kind ständig meckert, weil es einen der Buggys schieben möchte, ein Kind sich ständig im Schnee (!) wälzt, ein Kind nicht im Buggy sitzen möchte, sondern lieber direkt vor dem Buggy des anderen Kindes laufen möchte und lediglich ein Kind die ganze Aktion stoisch über sich ergehen lässt (na.tür.lich nicht das eigene Kind), dann weiß man, dass man bei dieser Einkaufstour eine Menge Geld sparen wird. Und ganz letztendlich, wenn man dann vor einem Haus steht, linke Tür Eingang zum stylischen Marktcafé, rechte Tür Eingang zum schrabbeligen Eiscafé, dann weiß man genau, dass es nur einen Weg für uns gibt.
Mein ganz persönliches Ami-Antonmann-Highlight: Grey’s Anatomy Syncronschauen.
Leider mit dem kleinen Haken, dass mir als echte Deutsche eine Folge fehlt und ich nachher all’ meine empathischen Fähigkeiten aktivieren muss, um mich in die Welt der ORFGrey einzudenken. Allerdings stellt sich die Frage, ob ich nach mehreren Litern Pinot Grigio noch so ein hohes Maß an geistiger Flexibilität aufbringen kann.
Nach dem Mittagsschlaf sind wir auch noch hier, weil wir die Leute so cool finden.
Ja, mein Kind, darum.
Es ist 4 Uhr 32 und Sie dürfen schon mal den Kniefall üben. Kaffee versucht mich munter zu machen und feste Nahrung hat noch keine Chance bei mir. Die Kinder liegen friedlich in ihren warmen Betten, werden jedoch in einer halben Stunde dem seligen Schlummer entrissen. Dann erschallt ein fröhliches Reisereise durch unser Haus, denn das Abenteuer Könntihreuchnichtmitrichtigenfreundentreffen geht in die zweite, verschärfte Runde.
Unsere Nachbarn heißen Dursley, bestimmt.
Um das nur mal klarzustellen: Ich bin diejenige, die sich Zelda gewünscht hat. Ich bin diejenige, die sich auf Zelda freut. Ich bin diejenige, die das unbedingt spielen möchte. Ich, ich, ich.
(Och ja, die Kinder dürfen dann auch mal.)
- Unterwäsche für die Kinder einpacken (hängt noch auf der Wäscheleine)
- Engel gut verstauen
- Zieladressen in den Navigator eingeben
- letzte Mail an Ami
- letzte Mail an June
- Telefonnummern aufschreiben
- duschen
- Lotta und Koppi zum Duschen nötigen
- Badezimmersachen einpacken
- Mitbringsel für die Kinder herstellen und einpacken
- Mitbringsel für die Erwachsenen herstellen und einpacken-
Wiifernbedienungen einpacken
- Buchungsbestätigung für die Ferienwohnung suchen
- Box mit Essensachen packen
- Kaninchenstall säubern
- H&M Rechnung bezahlen
- Kamera aufladen und einpacken!!
- Kindermusikcds ins Auto legen
- alle Sachen, die mitgenommen werden sollen, im Flur sammeln
- alle Sachen, die im Flur stehen, ins Auto packen
1. Sagen Sie bitte dem Liebsten, dass er alles wegschmeißen darf, nur.nicht.den.Herrn.Tannenbaum. Ich will doch einmal über seine ausgetrockneten, roten Nädelchen streicheln. Also, bitte.
2. Spätestens nach diesem Besuch sollten wir gemeinsam beschließen, dass wir doch nun bitteschön so gut befreundet sind, dass wir nicht mehr füreinander zu putzen brauchen.
3. Falls Ihr Köpfchen morgen zu müde für’s Putzen ist, dürfen Sie ganz eigenmächtig unseren Freundschaftsstatus auch schon vor unserem Besuch in den nächsten Level befördern.
4. Unser Haus war nie so sauber wie an dem Tag an dem Amis kamen.
5. Ich werde die Staubkontrolle so heimlich durchführen, dass Sie es gar nicht mitbekommen werden. Dann tut es nicht so weh.
6. Ich freue mich und mit mir vier weitere Antonmenschen.
Im Leben mit dem Kind gibt es immer wieder Situationen, von denen geht ein Zauber aus. Es sind keine besonderen Dinge, nichts Großes und trotzdem ganz wunderbar.
Du bist mein Kind, Mama. Komm, wir gehen nach oben und holen ein Buch. Hand in Hand gehen wir die Treppe rauf und mitten im Gehen: Soll ich dir 40 Euro geben, Kind? Oh, das ist eine gute Idee. Und so sitzen wir auf den Treppenstufen, Anton kramt in einem kleinen Schlüsselmäppchen, das er schon den ganzen Nachmittag in seiner Hosentasche hat, nach einem Centstück. Kramt und kramt und gibt mir das Geld.
Nur wunderbar. Mehr nicht.
dass niemand weiß, dass ich Antonstielzchen heiß.
Mein Gott, was kann das Kind schon schimpfen am frühen Morgen.
Sätze von achtjährigen Jungs, die mit ach übrigens, Mama anfangen, lassen nichts Gutes erwarten. Sie und Sie werden das sicherlich bestätigen können. Gerne gehen die Sätze dann mit ich brauche morgen unbedingt zwei Blumentöpfe, drei Holzstäbe und rosa Transparentpapier oder ich konnte heute beim Sport nicht mitmachen, weil ich meinen Turnbeutel im Bus vergessen habe weiter.
Gestern sprach der Sohn: Ach übrigens, Mama, am Freitag haben wir eine Religionsarbeit geschrieben. Oh, wie schön, mein Sohn, dass du mir das mitteilst. Das hätte ich doch gerne schon etwas früher gewusst. Warum denn? Naja, vielleicht hättest du was dafür üben müssen. Welches Thema war denn dran? Hmm? … Ach nee, war ja gar keine Religionsarbeit sondern eine Deutscharbeit. Zeit für mich, mal kurzzeitig ins Kissen zu beißen.
Gerade kam das Kind aus der Schule. Ach übrigens, Mama, wir haben die Deutscharbeit wiederbekommen. Ich bin der einzige, der die volle Punktzahl hat.
Ach übrigens, mein Sohn, ich denke, ich kann ruhig etwas lockerer machen. Du gehst schon deinen Weg.
Ich habe keine langärmligen Bodys in Größe 92. Ich möchte keine Portokosten erstattet bekommen. Meine Tochter heißt nicht Charlotte mit zweitem Vornamen. Sie hat noch nicht mal einen zweiten Vornamen. Meine gebrannten Mandeln mache ich so wie Sie, allerdings mit etwas weniger Zucker.
Noch Fragen?
Vormittags Schule, nachmittags Familie. Die Arbeit bzw. der Umgang mit Kindern zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Alltag. Und trotz dieses einen gemeinsamen Nenners wandle ich durch zwei Welten. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wissen Sie eigentlich, in was für unterschiedlichen Lebenswelten Kinder in diesem Land aufwachsen? Ich habe eine leise Ahnung davon und doch keine Ahnung, denn nicht nur ich wandle zwischen den Welten, auch meine Schüler tun dies. Für viele Schüler haben die Werte, die ich Ihnen vermittle und die im Schulalltag gelebt werden, in ihrem häuslichen Umfeld keinerlei Bedeutung. Manchmal, wenn die Schüler mir einen Blick in ihre gnadenlose Lebenswirklichkeit gewähren, dann vermischen sich plötzlich diese Welten. Dann ist die Welt der Schüler auch in der Schule und die Welt der Schule trage ich in meine Welt nach Hause. Dann sitze ich beim Mittagessen auf heißen Kohlen, weil ich reden muss, aber nicht reden kann, solange die Kinderohren noch da sind. Dann muss ich reden, weil ich sonst zerspringe.
jetzt noch mal ganz langsam zum Mitdenken:
langer Vokal - ß
kurzer Vokal - ss
Das kann doch nicht so schwer sein. Auch nicht für die Leute von RTL.
Anton: Frauen können auch lesen.
*
Ins Freundebuch eines Schülers schreibt der Vater bei der Frage nach seinem Lieblingsbuch: Lesen ist nicht so mein Ding.
Danke, Frau Stadtfrau.
:)
Man könnte noch schlafen.
Ist es in heutigen Zeiten vertretbar, dass ich zwar brav am Herd stehe und koche, db Eva aber zuvor den kompletten Familieneinkauf gemacht hat und mir vorschreibt, was ich zuzubereiten habe?
Halten wir kurz inne und weinen mit allen, die morgens eigentlich noch schlafen könnten.
Man beabsichtigt in den Herbstferien Blogger zu treffen, schon wieder. Dazu begibt man sich auf eine lange Fahrt und diese Tatsache bleibt auch den Schwiegereltern nicht verborgen. Ob diese Leute denn früher mal hier in der Gegend gewohnt hätten? Woher man sich denn kenne? Eine alte Schulfreundin womöglich? Aber nein, aber ja, aber nein, aber ja stottert Frau Antonmann littlebritainlike und schifft gekonnt um alle Fragen herum, denn mit den Schwiegereltern über Internetbekanntschaften zu reden geht irgendwie gar nicht. So, wie man sich Frau Hilt.on nicht auf’m Klo sitzend vorstellen kann oder Frau Bundeskan.zlerin zärtlich kuschelnd mit Herrn Bundeskan.zlerin.
Schön, wenn Kinder kreativ sind.
Mein Mittlerer ist zum Beispiel so unglaublich kreativ, einen abgeschnittenen Luftballon mit kleinen Fädelperlen zu füllen und diesen dann im Wohnzimmer als Wurfsäckchen zu benutzen. Wenn dann der Knoten allerdings auf geht, wird aus unglaublicher Kreativität ganz schnell unglaublicher Scheißelkram. (Danke Ami, für die Erfindung dieses schönen Wortes. Ohne es wäre mein Leben wesentlich langweiliger.)
Fundstücke der heutigen Kindergarderobenaufräumaktion zu verschenken:
Mädchendreieckskopftuch, ca. Kindergartenalter - weg
Mädchenhut, Esprit, Größe M, ca. Grundschulalter
Mädchenschal und Stirnband, H&M, ca. Grundschulalter - weg
Minibabyhandschuhe, Häschendress, mit Antiverlierband
Wintermütze, H&M L.O.G.G. Sport, Gr. 80/98
Babymütze, H&M, Gr. 62-68
dünne Regenjacke, Family, Gr. 80 - weg
Babyhandschuhe - weg
Kleinkindhandschuhe, ca. 1 bis 2 Jährige - weg
Kleinkindmütze, ca. 1 bis 2 Jährige - weg
Jemand Interesse?
Es ist in den vergangenen 11,5 Jahren das allererste Mal, dass das Lottakind seine Winterschuhe vom letzten Jahr auch dieses Jahr noch anziehen kann. Da das Kind mittlerweile Schuhgröße 40 trägt, ist das nicht nur aus finanzieller Hinsicht sehr erfreulich.
Ich muss immer und immer Heißluftballons malen. Gerne auch kneten.
Wenn man telefonisch bereits darüber informiert wurde, dass der kleine, erfolgsverwöhnte Fußballgott mit dem Ergebnis 1:6 nach Hause kommen wird, dann kann man sich schon darauf einstellen, dass ihn ein normales Abendbrot - mir Brot halt - auch nicht glücklicher machen wird. Vielleicht lässt sich die Situation noch retten, wenn ich ihm schon mal den letzten Minibabybell auf sein Brettchen lege.
Ist doch verrückt, dass ich mit nur einer Mutter sprechen muss, um meine gestrige Bilanz von Zweidrittel heute sprunghaft auf Dreiviertel zu verbessern.
Heute im Halbstundentakt diese Bilanz etwas aufgebessert und damit die Zeit bis zur Gesamtkonferenz kurzweilig erscheinen lassen. Nun kann ich verkünden, dass ich immerhin schon mit Zweidrittel meiner Elternschaft -stimmt nicht ganz, eins war nur die große Schwester - geredet habe.
Auf dem Nachhauseweg dann ordentlich auf die Tube gedrückt, um den Jüngsten noch einmal in den Arm nehmen zu können. Der spielte dann beim Zubettgehen das unterhaltsame Spiel Rollentausch: Ich Mama, du Anton. Gnadenlos und nicht ein Fehler wurde geduldet. Leider waren meine Konzentrationsleistungen diesem Spielchen nicht mehr ganz gewachsen und so kam es zu vielen empörten Beschwerden Nahain, ich bön doch die Mama. So viel Flexibilität konnte man von meinem matschigen Hirn nicht mehr erwarten. Bitteschön doch wirklich nicht.
Figuren suchte das Kind. Wobei ich gut verstehen kann, wie es auf Frisuren kam.
Ich habe eine Frisur. Wo ist meine Frisur? Ich muss die suchen. Geht und sucht.
Was will das Kind mir damit sagen? Keine Ahnung. Warten wir also ab, ob es seine Frisur findet.
- ein Frauenthema
Da plage ich mich nun seit vielen Jahren in hübscher Regelmäßigkeit mit dem Thema ab und man sollte meinen, ich hätte mittlerweile genug Zeit gehabt, einen vernünftigen Umgang damit zu lernen. Aber nein. Ich bin total unfähig, das dazugehörige Equipment zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Bei mir herrscht eigentlich permanenter Tampondauernotstand. Entweder sind gar keine im Haus oder es sind welche da, aber nicht da, wo ich sie gerade dringend brauche oder die Tamp.ons sind zu Hause, aber ich bin es nicht. Ich bin einfach zu deppig dazu.
Ein Tag zum Indietonnetreten. Ich schreib jetzt nichts. Ich nehm’ mir nur das beste Mädchenbier aller Zeiten und ein heißes Fluppchen. Und wer sich gern dazugesellen möchte, ist herzlich willkommen.
Du bist krank, Mama, leg dich hin. Ach, wie schön, ein nettes Spiel. Und kaum liege ich und versuche mein Glück zu fassen, kommt die unerwartete Wendung. Nein, ich bin doch krank. So’n Mist.
Die wohl schlimmste Formulierung, mit der man einen Brief beenden kann, ist: Bis die Tage.
Familienfahrradtour. Schön, wenn man den Berg endlich geschafft hat und man oben angekommen ist. Nicht schön, wenn man genau in dem Augenblick sieht, dass der Herr Koppi gar keinen Helm mehr auf hat. Oh, den hab’ ich unten in der Picknickhütte vergessen spricht er und patscht sich mit der Hand gegen die Stirn. Frau Antonmann will den Helm einfach liegen lassen, der Berg war wirklich zu steil, aber db Eva lässt sich dann doch noch mal gemütlich bergab rollen.
Der Nebel staubt.
Elfjährige Mädchen begegnen der elterlichen Argumentation gerne mit den Worten Ihr seid ja so unlogisch.
Es gibt Kinder, die haben ein, sagen wir, eigenartiges Verhältnis zum Thema Toilette. Wenn es dann nicht die eigenen Kinder sind, dann macht das die ganze Situation nicht gerade einfacher.
Vor vielen, vielen Jahren war ich mit meiner Mutter in einem französischen Restaurant. Dem besten in der großen Stadt. Am Nebentisch saß ein kleiner runder Mann, alleine, und telefonierte. Handys an Ohren waren noch ein ungewöhnliches Bild, wahrscheinlich war ich deswegen so aufmerksam. Der kleine runde Mann säuselte ins Telefon, flüsterte und hauchte süßlich den Satz Mausi, ich habe gestern in der Spielbank 20.000 DM gewonnen. Da gehen wir morgen erst mal in die Stadt und kaufen was Hübsches für dich.
*heul*
Ich hätte es dann wahrscheinlich doch gemerkt.
Den ganzen Tag schon habe ich ganz dollen Muskelkater in meinen Armen. Komisch, komisch denke ich mir und habe so gar keine Ahnung, woher die kommen können. Und dann fällt mir ein, dass ich gestern mit den Fantastischen Vier gegen den Silversurfer gekämpft habe. Um mein Leben.
Ach so.
Da fragt mich doch heute eine Kollegin, ob ich abgenommen hätte. Nicht dass ich wüsste, lautete meine Antwort.
Kann man abnehmen, ohne es zu merken? Ich stelle mich vorsichtshalber heute Abend mal auf die Waage.
Danke, Frau Jette.
(Nr. 9 der Lieblings-CD habe ich dem Mittleren sofort vorgespielt.)
(Manchmal ruft Frau Antonmann, einfach so, weil sie bester Laune ist, ene mene mopel, wer frisst Popel? Meist antwortet auch eins der Kinder darauf.)
So ein Feiertag mitten in der Woche ist schon eine feine Sache, wirbelt jedoch mein Wochentagsgefühl total durcheinander.
Waren Sie schon mal mit drei Kindern in einem Restaurant?
Für diejenigen unter Ihnen, die die Frage mit einem deutlichen Nein beantworten, folgt nun ein kurzer Einblick in einen vollkommen normalen Dreikinderwahnsinn. (Ich weiß, dass einige wenige von Ihnen bei der Frage nicken. Sie dürfen trotzdem gerne weiterlesen, wissend lächeln und leise kenn’ ich, kenn’ ich vor sich hin sagen.)
Eigentlich sollte es ja zum Abendbrot Fischburger geben, aber mir war irgendwie mehr nach Restaurantbesuch zumute. Der Mittlere nimmt mich fest in den Arm und sagt Ich freue mich so, dass du so eine gute Idee hattest.
Im Restaurant müssen wir dann damit leben, dass wir eine gefühlte Ewigkeit lang die Aufmerksamkeit sämtlicher Restaurantbesucher auf uns ziehen. Die zwei Großen verhandeln lautstark darüber, wer neben Papa sitzen darf und der Kleine kräht mit so kräftiger Stimme, dass er Nudeln essen möchte, dass der Koch daraufhin bestimmt schon den Topf mit Salzwasser auf den Herd stellt.
Wenn dann erst mal alle sitzen, kehrt etwas Ruhe ein und auch die übrigen Gäste können sich wieder ihren eigenen Gesprächen zuwenden. Herr Anton bekommt eine Malunterlage und will sofort loslegen. Leider sind alle Buntstifte abgebrochen und bevor ich mich in die Speisekarte vertiefen kann, muss erst der Anspitzer, der zum Glück gleich mitgeliefert wurde, in Betrieb genommen werden. Der Mittlere erklärt, dass er gar nichts essen wolle und der Kleine will halt Nudeln. Mit der Großen entbrennt eine Diskussion über die Größe des koffeinhaltigen Getränks (mehr als 0,2l ist auf keinen Fall drin), der Mittlere will eine Fanta, der Kleine natürlich auch.
Das Essen verläuft friedlich. Ich kann meine Multitaskingfähigkeiten wieder unter Beweis stellen. Antons Nudeln pusten, umgekippte Fanta aufwischen, selber essen und Anton erklären, warum er keinen Ouzo bekommt. Als alle mit Essen fertig sind, fällt dem Mittleren ein, dass er nun auch Hunger hat, rutscht nach der Ansage, dass es keine Pommes mehr für ihn gäbe, weinend unter den Tisch, taucht kurzeitig auf, da der Vater ihn dazu nötigt, um kurz danach wieder abzutauchen. Zeit, zu bezahlen. Der wirklich beste Ehemann von allen bestellt noch schnell eine Portion Pommes zum Mitnehmen, wofür er von seiner Frau im Auto eine kurze Rüge bekommt.
Zu Hause legt Anton noch eben mal einen leichten Trotzanfall hin, da er den Abschiedslolli erst morgen essen darf, Koppi heult wieder, weil die Pommes ihm nicht schmecken und Frau Antonmann ist glücklich, dass nun Feierabend ist und sie in Ruhe bloggen kann.
Die ersten gebrannten Mandeln im Jahr sind immer die leckersten.
(Letztes Jahr war ich etwas früher.)
Kann ein Arzt wirklich gut sein, auch wenn seine Praxis grottenhässlich und altmodisch eingerichtet ist?
(Ich weiß, ich weiß. Ging aber durch den Kopf.)
Hüpfburg und Kiosk wurden nicht mehr gesucht, eine Toilette jedoch weiterhin schmerzlich vermisst.
Wir haben den Baumstumpf gefunden, in dem die Gummibärenbande (?) wohnt, im Matsch gegnatscht, Nacktschnecken gestreichelt, Bäume gefühlt, Blätter gesammelt und Mauselöcher bewundert.
Das Tollste aber war, ein Stöckertipi, das von anderen Kindern im Wald gebaut worden war, mit Hingabe und Ausdauer zu zerstören. Mit einem starken Wirtunetwaszusammengefühl und begeistertem Jubel, als endlich der letzte Stock am Boden liegt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Schulklassen genau diese Situation erlebe und das hat mich nachdenklich gemacht.
Ich musste an kleine Kinder denken, die mit einem ebenso großem Eifer Bauklotztürme umschmeißen, immer und immer wieder. Es ist die noch einzige Möglichkeit eines kleinen Kindes, seine Umwelt zu verändern, Einfluss zu nehmen, Dinge zu bewegen, etwas zu erreichen. Ein großartiges Gefühl, ich erreiche etwas durch mein Tun. Erst nach dieser Umschmeißphase wächst die Fähigkeit, Dinge aufzubauen und dieses Aufbauen auch wertzuschätzen. Tagelang muss ein Duploturm im Zimmer stehen bleiben, ein besonders schweres Puzzle bleibt vorerst auf dem Teppich liegen, eine abenteuerliche Butze aus Decken und Kissen baut man am Abend nur äußerst widerwillig wieder ab.
Meine Schüler können bislang nur umschmeißen. Ich glaube, nächste Wochen müssen wir wieder in den Wald.




Kommentare