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Anton hat unser großes Liederbuch entdeckt. Und so singe ich mich den ganzen Tag durch Morgenlieder, Kinderlieder, Tanzlieder, Weihnachtslieder, Gutenachtlieder und Wanderlieder.

Und plötzlich sehe ich Ami vor mir. Sie geht im Frühtau zu Berge, fallera. Es grünen die Wälder und Höhn, fallera. Sie wandert ohne Sorgen, singend in den Morgen, noch ehe im Tale die Hähne krähn. Sie ist hinausgegangen, den Sonnenschein zu fangen.

Kommt mit und versucht es doch selbst einmal.

Auch ich habe heute ein Postkarte bekommen. Da ich jedoch weder Absender noch Empfänger kenne, hielt sich meine Freude vor unserem Postkasten in Grenzen.

Wenn Sie Freunde haben, die Sylvia und Stephan heißen, die gerade auf der Ilha de S. Miguel Urlaub machen, dann ist dies für Sie:


  Hallo Ihr 4,
  beste Wandersmanns-Grüße senden Euch
  Steeephan + Sylvia, Wetter ist so 50/50.
  Sehr viel grüne Berge, das Wasser lädt
  leider nicht zum Baden ein.
  Bis die Tage   
  S + S

Sie wissen das ja schon, ich hab’s mit Strukturen. Heute habe ich mich wieder dabei erwischt.

Jeden Freitag Sportunterricht. Dritte und vierte Stunde. Nach dem Sport alle Lichter löschen und die Türen der Umkleidekabinen abschließen. Vier Umkleidekabinen hat unsere Sporthalle, sind 8 Türen. Jede Umkleidekabine hat noch eine Tür zum Duschraum, also sind’s 12 Türen. Hinzu kommen dann eigentlich noch die Tür von der Lehrerumkleide und die Türen der Geräteräume. Die zählen aber nicht so richtig mit, weil die nicht in meine Abschließstruktur gehören.

12 Türen muss Frau Antonmann also jeden Freitag abschließen und in den entsprechenden Räumen die Lichter löschen. Eigentlich ganz einfach. In der hintersten Umkleide anfangen und sich dann Raum für Raum nach vorne arbeiten. Leider kommt mir dabei immer wieder die Variable Schüler in die Quere. Irgendwer steht doch länger unter der Dusche, irgendwer muss noch mal schnell auf’s Klo, irgendwer hat seinen Pulli in der Turnhalle vergessen, irgendwer kann sich die Schuhe nicht alleine zubinden und irgendein allgemeiner Trödler ist bestimmt auch immer dabei.

Also wird mein strukturbedürftiges Hirn jeden Freitag auf eine harte Probe gestellt. Es versucht, unter Einbindung der Variablen, ein einigermaßen strukturiertes Handeln zu planen. Das reinste Gehirnjogging.

Aber ein schönes Gefühl, wenn ich dann die 13. Tür, die der Turnhalle, abschließen kann. Jetzt hab’ ich verriegelt, jetzt hab’ ich verriegelt, alles hab’ ich jetzt verriegelt.

Was ist kaputt bei dir?

Das Gute an diesem Wetter ist, dass niemand sieht, dass ich schon längst meine Fußnägel neu lackieren müsste.

(Ich darf nur nicht unvermittelt meine Schuhe auszieh’n.)

Frau Antonmann, heut’ ist Siebenschläfer.

Nein, gestern war Siebenschläfer.

Dann ist heute Sechsschläfer. Und morgen ist Fünfschläfer. Bei Nullschläfer ist dann Ende.

Wenn Sie eine, wenn auch leichte, Schnittverletzung am rechten Zeigefinger haben, dann sollten Sie gesalzene Erdnüsse nur mit der linken Hand aus der Packung pulen.

Es ist Antons Liebe zum Detail. Aufreibend und zum Verzweifeln.

 

Was issn das?
Was macht der da?
Wie heißt der Mann?

Och Anton, nu is aber mal gut.

Es gibt Bücher, die machen mich fertig.

So selten ist Fischwurst dann doch nicht.

Rituale sind wichtig. Lassen Sie mich das, als Mutter mit einem Päckchen Erfahrung, festhalten. Rituale strukturieren den Alltag, geben Sicherheit und schaffen Vertrautheit. Aber, Rituale können auch noch was ganz anderes. Für einen erwachsenen Geist können sie durchaus anstrengend, ermüdend, zäh oder unpraktisch sein.

Anstrengend ist es, wenn Sie jeden Abend beim Zähneputzen aufzählen müssen, was Sie alles von den Zähnen runterputzen. Da müssen Sie in kürzester Zeit den ganzen Tag Revue passieren lassen und sich den Speiseplan ihres Kindes ins Gedächtnis rufen.

Ermüdend ist es, wenn Sie jeden Abend Bobo vorlesen müssen. Na ja, das Thema hatten wir ja bereits.

Zäh ist es, wenn sich Ihr Kind jeden Abend einen Schnuller aussuchen darf. (Wir haben genau zwei Schnuller. Einen blauen mit Schaukelpferd und einen grünen mit einem Engel.) Wenn ihr Kind hm, welchen nehm’ ich denn, das ist der mit dem Pferd, das ist der mit dem Engel spricht, um sich dann jedesmal, wirklich, den mit dem Schaukelpferd auszusuchen.

Unpraktisch ist es, wenn das Kind keinerlei Abweichung vom gewohnten Ritual duldet (Abkürzungen gehen schon gar nicht). Wenn Sie beim Gutenachtsagen, weil Ihnen gerade danach ist, ein fröhliches Gute Nacht, kleiner Mann ins halbdunkle Zimmer flöten, dann kann das schon eine mittlere Ritualkrise auslösen. Bin kein kleiner Mann, bin ein Anton, sag: Gutenachtanton. Und noch während ich das Zimmer verlasse, meine ich ein leises wie kann sie es wagen zu vernehmen.

Meine Mutter war in bestimmten Erziehungsfragen - sagen wir mal - etwas unlocker. So zum Beispiel, was den Umgang mit meinem durchaus nicht einfachen Essverhalten anging.

Ich aß mäkelig und langsam. Meine Mutter war unerbittlich und ließ mich manchmal stundenlang vor unerwünschtem Essen sitzen. Ich erinnere mich an diese Verzweifelung in mir, wenn ich da so saß und das Essen einfach nicht gegessen werden wollte.

Einmal machte ich etwas mit einem Kartoffelpuffer (mit grüner Götterspeise hab’ ich auch mal was gemacht). Meine Mutter hatte das gemeinsame Mittagessen bereits beendet und ich saß alleine vor meinem Teller. Mit einem Puffer, den ich essen sollte, aber nicht konnte. In meiner Not schnappte ich mir das Ding, ging aus dem Haus und schmiss es zwei Häuser weiter in den Vorgarten unserer Nachbarn.

Erlöst. Für kurze Zeit.

Natürlich kam meine Mutter irgendwie dahinter und ich musste dann noch mal in den Vorgarten, um das verhasste Teil wieder aus den Büschen zu pulen. Wie’s weiterging weiß ich nicht mehr.

Heute kann ich über die Situation lachen und meine Kinder fordern regelmäßig erzähl noch mal die Geschichte von dem Kartoffelpuffer. Und, ich stelle fest, dass der Umgang mit dieser Situation, auch nach so vielen Jahren, von meiner Mutter und mir sehr unterschiedlich ist. Sie sagt du hast aber auch komische Ideen gehabt. Ich denke wie schlimm muss diese Essensquälerei für mich gewesen sein, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste.

(Problem gelöst.) (Rezept für eine kleine Person mit einer großen Fischwurstliebe.)

         

Manchmal erinnert man sich ganz unvorbereitet an unangenehme Situationen, die so unangenehm waren, dass einem noch heute ganz heiß wird, wenn man plötzlich daran denkt. Dann muss man ganz schnell an was anderes denken, damit die Erinnerung wieder in die hintersten Gehirnwindungen verschwindet.

Auf jeden Fall will ich Fischwurst auf mein Brot.

Innerhalb von einer halben Stunde zwei Ferienhäuser zu buchen sind zwei tolle Perspektiven für die Sommer- und die Osterferien.

Es ist ja durchaus sehr löblich, wenn eine nahe Verwandte, die am Wochenende zu Besuch ist, der gestressten Hausfrau etwas unter die Arme greifen möchte. Also lässt man sie vor der Haustür schuften.

Wenn diese nahe Verwandte dann aber alle 4 Minuten nach einem Besen, einem Kehrblech, einem Putzlappen, einem Bindfaden (hä?) und einem Scherchen (!) fragt, dann kommt die gestresste Hausfrau nicht wirklich zu dem wichtigen Hausfrauenkram, der unbedingt erledigt werden muss, damit das Leben der Familie Antonmann nicht vollends aus den Fugen gerät.

unbenannt.jpg

(für sie, sie und sie)

Wenn mein Kind nach dem Mittagsschlaf im Body vor mir steht, auf seinen Zehenspitzen trippelt, die Schultern irgendwie lustig hin und her bewegt und sagt Öch moss noch nöchts anzöhn, dann finde ich das schon extrem süß.

Gleicher Tisch - anderes Kind.

 

Aber statt wie Finnley ehrlicher Arbeit nachzugehen, ist Anton eher dem Chillen zugewandt.

Heut ist so ein Tag. Nach so einem Kopfschmerztag wie gestern, kommt das vielleicht. Ich hänge durch und muss jetzt einfach schreiben. Und wenn Ihre Verfassung heute nicht optimal ist und Sie empfindlich sind, was die Lebenswelten anderer Kinder angeht, dann lesen Sie jetzt bitte nicht weiter.

Ich habe einen Schüler, der schläft im Unterricht immer ein.

Nun könnte man sagen, ach Frau Antonmann, was machen Sie aber auch für spannenden Unterricht. Aber eigentlich ist es viel zu ernst und ich merke, dass mich die Situation zunehmend belastet.

Was soll ich tun? Ich lasse ihn schlafen. Hinten im Klassenraum, auf der Leseeckenbank. Wenn ich sehe, dass sein Kopf zu schwanken beginnt, dann greife ich ein und verfrachte ihn in die Waagerechte. Manchmal schläft er aber auch mitten beim Arbeiten ein und dann liegt er mit dem Kopf auf dem Tisch.

Was soll ich tun? Ein Zweitklässler, der so müde ist, dass er mir droht im Sitzen vom Stuhl zu fallen, kann nichts lernen. Also lasse ich ihn schlafen. Phasenweise jeden Tag. Erste und zweite Stunde. Nach der großen Pause geht’s dann meistens besser.

Was soll ich tun? Ein Kind, dass nachts um halb 12 noch zum Spielen aus dem Haus verschwindet. Eltern, die in keinster Weise Strategien haben, sich gegen die nächtlichen Ausflüge durchzusetzen. Eltern, die so inkonsequent sind, dass es einem gruselt. Eine Familienhelferin, die, in ihren Bemühungen um die Kinder, gnadenlos vom Vater untergraben wird.

Was soll ich tun? Eine Situation, die so verfahren und komplex ist, dass man mit einem simplem, die Kinder müssen da raus, nicht weiterkommt.

Was soll ich tun?

Heute weine ich um dieses Kind und morgen habe ich wieder die Kraft, nach einem Weg zu suchen. Und, ich lasse ihn schlafen.

Wer hätte gedacht, dass das Thema Tannenbaum als so reicherhaltiger Geschichtenpool daherkommt. Können Sie noch? Ich hätte da nämlich noch ein kleines Erinnermich. 

Meine Oma hatte mal große, große Tannenbäume in ihrem Garten. Die waren so groß, dass sie sie weg haben wollte. Was aber weg gemacht werden durfte und was nicht, das bestimmte mein Opa. Der fand die Tannenbäume toll und weg sollten die schon gar nicht.

Irgendwann wurden die Tannenbäume krank. Die Nadeln wurden gelb, braun und bestimmt auch rot und fielen nach und nach ab. Nun fand mein Opa die Bäume nicht mehr toll und so kamen sie weg. Meine Oma lächelte. Und in einer stillen Stunde vertraute sie uns an, dass Tannenbäume die regelmäßige Gabe von Motoröl nicht vertragen würden.

Wenn du Kopfschmerzen zum Schädelaufklappen hast, dann erlaube deinen Jungs mit dem Gartenschlauch in der Sandkiste zu spielen. Dann kannst du in Ruhe Kopfschmerztabletten schlucken.

  

Mein Hirn braucht heute Flüssigkeit. Viel Flüssigkeit. Also trinke ich, dass mir schon fast schlecht wird und renne alle 15 Minuten auf Toilette. Ich frage mich, was das bringen soll. So kommt das Wasser nie in meinem Kopf an.

Im Innenhof der Schule traf ich heute zufällig den Bruder der Herren Tannenbaum. Was hab ich mich gefreut, ihn zu sehen. 

Ich bin Verona Feldbusch.

Fragen Sie nicht.

Nehmen Sie den Stock. Geben Sie keine Antworten. Werfen Sie den Stock weiter.

Ist halt ein Stock. 

Und wenn Sie, wie ich von Frau Minderjahr, das Stockstöckchen bekommen und Sie zu Ihrer Mutter fahren, dann machen Sie doch gleich noch ein Foto von den Stöcken. Dann haben Sie immer einen griffbereit. 

Fang. Fang. Fang. Fang. Fang.

R. (9): Frau Antonmann, du klingst wie die Frau von Dieter Bohlen.

Etwa so, Ami?

  

Seit unser Nachbar gestorben ist, wird der Sohn von unserem Nachbarn immer mehr wie unser Nachbar.

Es gibt Wochenenden, die sind mal so. Man sitzt im Garten, die Kinder toben herum, man trinkt Kaffee, liest ein Buch. Abends schmeißt man den Grill an und wenn es dunkel wird auch noch die Gartenfackel. Man spielt Kniffel bis man die Würfel nicht mehr erkennen kann und stellt beim Zubettgehen fest, dass das fast wie Urlaub war.

Es gibt Wochenenden, die sind mal so. Man sitzt auf dem Sofa, die Zeit kriecht. Lustlosigkeit in allen Ecken, Familie Antonmann dröselt vor sich hin. Der vierte Kaffee schmeckt nicht mehr und zum Kochen kann man sich nicht aufraffen. Der Kleine schmiert mit seinem Joghurt rum, der Mittlere wird nur glücklich, wenn er heute noch ins Schwimmbad darf, die Große sollte sich lieber noch mal ins Bett legen, um dann mit dem richtigen Fuß aufzusteh’n. Man wartet, dass bald Mittagsschlafzeit ist und hofft, dass der Nachmittag Erlösung aus der Lethargie bringt. Damit man beim Zubettgehen sagen kann, war ja doch noch ein ganz schönes Wochenende.

Erst den ganzen Vormittag Henning den Ersten im Kopf. Sich dann ins Auto setzen und beim Autostarten springt die Cassette an. Die eine Musik erklingt. Die, die eine untrennbare Fusion mit meiner größten Liebe eingegangen ist. Der Flashback ist perfekt. Ich fahre durch rosa Watte.

Ich wurde vor einiger Zeit inspiriert. Natürlich geht nichts über die Irrungen und Wirrungen mit Renè, der Gurke, aber es gab ihn, Henning, den Ersten. Und seine Geschichte geht so.

Ich besuchte mit einer Freundin die Tanzschule. Die Freundin wiederum hatte Freunde aus ihrer Klasse mitgebracht. Die Freunde wiederum hatten einen Freund von einer anderen Schule mitgebracht. Henning.

Ich tanzte Rumba und Walzer mit Henning und wurde die Freundin von Henning. Hand in Hand gingen wir von der U-Bahn zur Tanzschule und Hand in Hand gingen wir wieder zurück. Zwischendurch ein zarter Kuss. Mehr nicht. Ach so, und wir telefonierten, stundenlang, täglich. Und schrieben uns Briefe, lange, lange Briefe.

Kleinigkeiten irritierten mich. Henning hielt mir Türen auf und half mir in die Jacke. Irritiert war ich. Begeistert war Mutter Antonmann.

Und dann kam die große Wende. Henning und ich gingen ins Kino (Feuer und Eis) und nach dem Kino gab es wieder einen Kuss. Aber diesmal wollte Henning mehr. Mit Zunge und ich war entsetzt. Wie konnte er es wagen? SO weit waren wir mit unserer Beziehung doch nun wirklich noch nicht.

Ab dann war nichts mehr so wie vorher. Ich mochte nicht mehr allein sein mit dem kleinen Lustmolch. Ich lebte in ständiger Sorge vor erneuten Übergriffen. Und irgendwann zog ich die Konsequenz und machte Schluss. Schrecklich war das. Ich saß an meinem Schreibtisch, er in einem Sessel. Ich hatte mir einen kleinen Spickzettel gemacht, mit allem, was ich sagen wollte. Mein Herz klopfte und Henning weinte.

Er wollte mir etwas Abstand geben. Ich wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Aber, trotz allem, wir blieben in Kontakt. Locker. Wir sahen uns auf Partys und schrieben uns ab und zu. Nicht mehr lange Briefe, aber nette Postkarten.

Zwei Jahre später besuchte Henning mich. Zwei Jahre, in denen ich zwei Jahre älter geworden war. Wir standen beide kurz vor dem Beginn einer neuen Beziehung mit zwei anderen Menschen, und vielleicht gerade deshalb mussten wir unsere Beziehung noch einmal austesten. Wir waren uns näher als jemals zuvor, aber nicht so nah, dass man von einem Fehler hätte sprechen können. Wir arbeiteten unsere Beziehung auf und wäre die Situation nicht so gewesen wie sie war, dann wären wir ab dann ein Paar gewesen. Aber wir wussten, dass wir uns beide für den anderen Weg entschieden hatten. Wir waren uns einig.

Einmal habe ich Henning noch getroffen und dann nie wieder. Schade eigentlich. Es gab eine schöne Verbindung zwischen uns, aber wir waren wohl beide nicht in dem Alter, eine solche Verbindung aufrecht zu halten. 

Auf Wiederseh’n sagt die freundliche Stimme des Schachcomputers, wenn man ihn ausschaltet.

Wohin geht der Mann? will Anton wissen und ich habe keine Antwort darauf. 

Diese Suchanfrage könnte einer meiner Lieblinge werden.

(unspektakulär dies und dies, dafür aber tägliche Dauerbrenner)

Damit in dieser schönen Stadt der Laster keine Chance hat.

Koppi singt mit Hingabe.

In meinem Kofferraum liegt eine Playstation 2. Und SingStar.

Seit dem Schulfest an meiner Schule, bei dem meine Kinder ihren ersten Kontakt mit diesem Maschinchen hatten, liegen sie mir in den Ohren. Von wem ist die denn? Frag’ doch mal, ob wir sie ausleihen dürfen. Hast du schon gefragt? Hast du sie dabei. Koppi schrieb fleißig kleine Merkzettelchen (Play Stadion) für seine schusselige Mutter, der es an der nötigen Ernsthaftigkeit mangelte, um den kinderlichen Wünschen zügig nachzukommen.

Aber nun ist sie ja da. Für drei Tage. Und wir werden höchstwahrscheinlich das ganze Wochenende mit Durch Den Monsun, Nur Ein Wort und Perfekte Welle eine Geile Zeit verbringen. 

Barfuß über frischberegneten Rasen zu laufen ist toll. Dabei in frischgeschissene Vogelkacke zu treten ist pfui.

Wenn du ganz furchtbar über deinen Vorgesetzten schimpfst, weil der sich so sehr neben der Spur verhalten hat, und db Eva dies mit Der hat bestimmt gerade seine Tage kommentiert, dann fällt es dir gleich viel leichter, mit der Situation umzugehen.

Mama, sie hat ihr Cappy hier vergessen.

Die eigene Brille zu suchen ist schwer, wenn man keine Brille auf hat.

Ein knappes Jahr lang hat Koppi keine Mädchen angeschaut, aber seit zwei Wochen ist es wieder soweit. Das Herz einer Erstklässlerin ist erobert. Und plötzlich hat der wilde Kerl Freitags schon vor Aufregung Bauchschmerzen, weil er sich so auf Sonntag freut, lässt Kumpelverabredungen sausen und lächelt morgens beim Aufwachen.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass es noch eine Weile dauert, bis man mit etwas wirklich Festem und Ernsthaftem rechnen kann. Trotzdem bin ich schon immer sehr neugierig auf die jungen Damen, schaue ganz genau. Und wenn sie dann im blauen Flatterkleid und weißer Hellokittycappy vor mir steh’n, dann denke ich Hast du gut gemacht, mein Sohn.

Es ist Dienstag.

(Nur damit hinterher niemand sagen kann, ich hätte ihn sie nicht daran erinnert.)

Wiir haben eine zu Hause.

Mein Glaube an die Unendlichen Weiten des Internets ist erschüttert.

Sie können weiterhin surfen und bloggen, als gäbe es kein Ende. Doch, wenn Sie hier angekommen sind, dann wissen Sie, dass Sie sich geirrt haben.

via (danke)

Wer nachher, wenn ich jetzt sage, Mädchenbier und so möchte, darf sich gerne bedienen.

 

Man wird doch wohl noch auf’s Klo gehen dürfen.

(Und wenn Sie um die Ecke kommen und den Gesichtsausdruck Ihres Kindes sehen, dann wissen Sie’s eigentlich schon.)

Was macht man mit einem Kaugummi, total ausgelutscht und geschmacklos, wenn man auf dem Sofa liegt, mit dem Laptop auf dem Schoß und nicht aufsteh’n mag?

Wenn mich ein Dr. Backzutatenhersteller mal wieder mit einer reichlichen Auswahl seiner Produktpalette eindeckt, dann backe ich halt Kekse. 

(Lieber Doktor, das ist schon recht so, ich muss die Sachen ja erst ausprobieren, bevor ich sie mit meinen Schülern zubereite. Und wenn’s dann soweit ist, dann kaufen wir die Zutaten ausschließlich von Ihnen und Ihren Tochterfirmen. Versprochen.)

Anton und ich sind unterschiedlicher Meinung. Anton liegt falsch, ich habe recht. Aber Anton hält tapfer dagegen, verteidigt mit allen Mitteln seinen Irrtum. Zeigt sich uneinsichtig und stur. Bis die Klügere nachgibt. Na gut. Und das ist dann das Zeichen für Anton, meine Meinung großspurig als die seine kund zu tun.

A: Das ist eine Erdbeere.
Frau A: Nein, das ist eine Himbeere.
A: Nein, Erdbeere.
Frau A: Du liegst falsch, das ist eine Himbeere.
A: Nein, Erdbeere.

A: Naahein. Erd.bee.re.
Frau A: Na gut, eine Erdbeere.
A: Das ist doch eine Himbeere, Mama.
(Wissen Sie, so mit dem gewissen Unterton, so als ob ich nicht alle Tassen im Schrank hätte. Na gut.)

Eine Krähe sitzt auf unserer Fensterbank und flieg unablässig gegen die Scheibe. Warum tut sie das? Es gibt so viele Krähen dieses Jahr hier und immer wieder beobachte ich dieses fragwürdige Verhalten.

Jetzt bin ich wach. Auch ohne Kaffee.

Jetzt weiß ich, warum dieses geheimnisvolle Telefonat. Eine verspätete Geburtstagseinladung in eine Zirkusvorstellung. Allerdings nicht klassischer Zirkus, sondern ein Cirque du Soleil Ableger. Grandios. Nur die Tatsache, mit 300 Menschen bei 30° in einem kleinen Zelt zu sitzen und für eine Bionade in der Pause 2,50 Euro zu bezahlen, naja. Die Menschen waren allerdings allesamt nett und die Bionade gut gekühlt.

Das ist das einzige Eis, das wir noch haben.

 

Zwei klägliche Reste der Aldifamilienmischung und eine Schublade voll Tütcheneis (die zählen aber eigentlich nicht, weil ja nur gefrorenes Wasser mit Farb- und Geschmackstoffen).

Ines und June waren ja schon so freundlich, etwas Eis für mich vorbei zu bringen. Wer also noch Eis ohne wirkliche Verwendung bei sich rumliegen hat, kann es gerne bei Frau Antonmann abgeben.

Muss Frau Sturm aber auch gleich mit so einem Kracher loslegen?

Da hat man es mit dem Coolemamaimage echt schwer und rutscht eher auf die Ichbinjauchschonetwasälterundgesetzterseite. Ich scheue jedoch diese Herausforderung nicht und zeige meine echten Kracher.

   

An Shirts mit Aufdruck ist das schon fast alles. Aber ich habe ja auch noch meine Lieblingskleider versprochen und die lassen immerhin jeden Mann jenseits der 45 noch erblassen (Nr. 2 mit Frau Antonmann drin, da heute angezogen.)

 

Unser Eisvorrat tendiert gen Null.

 innerlich

 äußerlich

und zweimal auf den Rasen gepinkelt

Ich kann nicht in Ruhe bloggen, wenn das Kind neben mir steht und stinkt.

(Gut, dass db Eva das Kind wegträgt.)

Das einzig Sinnvolle heute: Wasser in den Pool laufen lassen.

Nach einem leckeren Blogeis von Ines und etwas Schultergeklopfe vom Wortteufel befinde ich mich, zwar noch auf etwas wackligen Füßen, auf dem Wege der Besserung. Doch nach 20 Minuten GA frage ich mich, ob das heute die richtige Folge für mich ist. Ich bin doch so harmoniebedürftig. Wehe, wenn nachher nicht alles wieder gut ist.

Es war zu heiß heute. Wenn ich über meine Haut reibe, dann entstehen so kleine graue Würstchen.

Ich habe es noch immer nicht geschafft, die Grey’s Anatomy von Dienstag  zu schauen.

Die Frösche quaken, die Schafe blöken, die Hühner gacken. Viel zu laut das Landleben.

Das Eis ist alle. ALLE.

Ich hab’s nicht gut. Bedauern Sie mich ruhig.

Wir lesen Bobo. Jeden Abend nach dem Zähneputzen.

Vor einigen Wochen hat Anton plötzlich den gewohnten Ablauf geändert. Nun liest er Bobo vor. Ist auch in Ordnung. Dauert zwar etwas länger, ist aber auf der anderen Seite für den Zubettbringer sehr unterhaltsam.

Heute beschlichen mich jedoch zum ersten Mal leise Zweifel ob der Sinnhaftigkeit dieser Aktion. Recht lustlos plapperte Anton zu den einzelnen Bildern, überblätterte einige Seiten, sprang vom Zoo direkt auf den Spielplatz. Und dann auch noch seine säuselnde Frage Lese ich schön vor für dir?

Moment. Für wen machen wir denn die ganze Sache hier? Abend für Abend. Ich hatte plötzlich das Gefühl, Anton könne vielleicht den Eindruck haben, er täte das für uns. Möglicherweise glaubt er, wir wollten unbedingt wieder und wieder die Geschichten vom pummeligen Siebenschläfer hören.

Wir müssen die Situation klären, sonst sehe ich mich in 16 Jahren, nachts um 3 Uhr im Bett liegend, und Anton, heimgekehrt von seiner Kneipentour, an meiner Bettkante sitzend. Hier wohnt Familie Siebenschläfer. Siehst du Bobo?

Mit zwei Schulkindern als große Geschwister bleibt es natürlich nicht aus, dass Anton mit Hingabe Schule spielt. Nur wenn es schon gleich zu Beginn des Spiels daran scheitert, dass Anton den Ranzen nicht alleine auf bekommt, dann kann es mit der Schulreife wohl noch etwas dauern.

 

(Ich muss meinen Schülern teilweise noch die Schuhe zubinden, da müsste doch so ein Ranzenöffnen ein paar Mal am Tag ein Klacks für eine Lehrerin sein.)

Wenn dir deine Mutter beim Kochen über die Schulter schaut und sagt, wie du die Sahnesoße über den Auflauf gießen sollst, dann weißt du, dass du immer Kind bleibst. Oha!

Anton hat Angst vor Hunden, Schafen und Spatzen.

Der rumpelnde Giftzwerg hat mir ein Stöckchen zugeworfen, das schon eine ganze Weile durch die Gegend fliegt. Ich habe mich geduckt, ganz klein gemacht, weil das so ein Isnichsomeindingstöckchen ist.

Nun bin ich aber deutlich getroffen und weiß nicht, was ich machen soll. Einfach ignorieren geht ja nun mal gar nicht. So eine ist Frau Antonmann nicht und außerdem ist es dazu jetzt eh zu spät. Es aufheben, mich wortlos meinem Schicksal ergeben und es halt einfach beantworten? Nein, nein, solche Zeiten sind vorbei. Auf der anderen Seite weiß ich, wie traurig es ist, wenn man mit einem Stöckchen wirft und niemand mag es beantworten. Da tut mir ja sogar das Stöckchen leid, das arme. Liegt hier bei mir und ich lasse es sterben.

Also mein Vorschlag, für wen das Filmestöckchen Wenigstenssoetwasseindingist der sagt es mir und der kriegt es dann zugeworfen. Also so richtig zugeworfen. Nicht nur ein Bedienesichwermöchte.

edit: Das Stöckchen geht nach Tirol, direkt an die Pampersfront. (Ich bin dir auf auf ewig dankbar, liebe Lise.)

Sätze, die ich vom Mittleren beim Abendbrot nicht mehr hören möchte:

- Ich brauche morgen für die Schule einen mit Blumenerde gefüllten Blumentopf. 
- Ich brauche morgen ein 30 cm Lineal für meine Mathearbeit.
- Zum Basteln brauche ich morgen kleine goldene Sternsticker.
- Wir sollen morgen alle eine Rose für die Referendarin mit in die Schule bringen (vorzugsweise im Winter ausgesprochen).
- Morgen brauche ich ein großes Einmachglas, in das ich mit meiner Hand passe.

Alle Sätze gerne eingleitet mit einem ach übrigens Mama. Und ein Schulterzucken auf die Frage, seit wann er das denn schon wisse.

Anton wird gelenkt. Von einer großen unbekannten Macht. Ihr ist er willenlos ausgeliefert. Fremdgesteuert.

Schüttel nicht so mit deiner Trinkflasche. Ich muss doch schütteln.
Schimpf nicht so. Ich muss doch schimpfen.
Leg die Schere beiseite. Ich muss doch schneiden.
Hau mich nicht. Ich muss doch hauen.

Ich sehe Antons Not. Er kann nichts daran ändern, er muss doch. Und ich sehe Antons Glück. Er kann nichts dafür, er muss doch.

Und heute Nachmittag passiert das Unfassbare. Liest du mir ein Buch vor, Mama? Nein, jetzt nicht. Ich muss noch die Wäsche abnehmen.

Auch ich werde gelenkt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es die selbe Macht wie bei Anton ist.

Weil das eigene Geburtsdatum immer etwas Besonderes ist und weil meine Orginal Nürnberger nur bis heute haltbar sind, schenke ich die beiden Bilder Ami. Herzlichen Glückwunsch.

 

(Ich find’s immer komisch, wenn auf Lebensmitteln mein Geburtstagsdatum drauf steht. Kommt gehäuft vor, in den Tagen vor dem Tag. So bei Milch und Joghurt.)

Die drei Antonmänner wollen zum Fußballtraining fahren und Frau Antonmann macht sich kurz vor der Abfahrt noch schnell unbeliebt. Dabei wollte sie doch nur helfen. Anton anschnallen. Bevor sie aus dem Auto kriecht ein entschuldigt bitte, ich habe gepupst. Autotür zu und die drei Männer fahren mit säuerlichen Mienen davon.

Mein Gewissen ist nun etwas schlecht. Aber es passiert halt mal. Vor allem, wenn man angestrengt das wühlige Kind in den Autositz quält, halb im Auto liegt, halb auf der Einfahrt steht. Und, wenn man Bohnensuppe zum Mittag gegessen hat. Hätte ich mein Missgeschick verschweigen sollen? Dann hätten die beiden Großen wieder den Kleinen zu unrecht beschuldigt und der hätte voll Wonne ich war’s gekräht.

Das ist meine viele coole Ausbeute von Koppis Shirts, die derzeit nicht dreckig oder nass sind.

      

Ich bügel auch nicht.

Irgendwie ungünstig, wenn die Tochter die Ärmel ihrer dunklen Fleecejacke mit Watte ausstopft - fragen Sie bloß nicht, ich weiß es nicht, sie ist halt 10 - und die Jacke dann mit Watteresten in den Ärmeln in die dunkle Schmutzwäsche steckt.

Irgenwie ungünstig für die übrige Wäsche. 
Merkt man spätestens nach dem Waschen.

Vor 15 Jahren einmal ging eine junge Frau in Israel an einem Strand spazieren und fand Steine mit Loch. Aus zwei Steinen und zwei Lederbändern bastelte sie geschickt zwei Ketten. Eine für den Mann den sie gerade anfing zu lieben und eine für sich selbst. Lange trugen der Mann und die Frau diese Ketten unter ihren Strickpullis. Heute spielen ihre Kinder damit.

Papa, hast du auch einen Bu.sen?
Nein, Männer haben keinen Bu.sen.
Aber Mama hat einen Bu.sen. Wenn sie duschen will.

Ich lieg nich mehr so gut.

10 Gründe, warum dein Nachbar heute seinen Rasen mäht, obwohl er ihn gestern auch schon gemäht hat.

1. Ihm ist langweilig.
2. Er benutzt extrem wirksamen Dünger.
3. Er hat einen neuen Rasenmäher.
4. Seine Rewind-Taste funktioniert nicht richtig.
5. Die Schwiegermutter ist überraschend zu Besuch gekommen.
6. Die anderen Nachbarn mähen auch gerade.
7. Der Schnitt von gestern war nicht so gut gelungen.
8. Bewegung tut ihm gut.
9. Der Duft von frisch gemähtem Rasen macht ihn an.
10. Er hat morgen keine Zeit zum Mähen.

Mir war neu, dass man sich mit google translate Texte und Internetseiten übersetzen lassen kann. Durch meine Statistik kam ich drauf. Jemand hat sich Frau Antonmann in Mrs. Antonmann übersetzen lassen.

Lustiges Spielzeug.

Der Satz Mama, darf ich dir mal was ins Auge flüstern versucht meinen Tag zu retten.

Meinen Sie, dass ein Tag noch die Chance hat ein guter Tag zu werden, auch wenn er damit begonnen hat, dass ich meinen Kaffee auf unser weißes Sofa geschüttet habe?

(Außerdem habe ich Hals- und Kopfschmerzen.)

Ein Futterstöckchen von Frau Klabauter. Wie nett. 

Freibad? Eis muss sein. Und wenn’s so richtig heiß ist und es nach fettigen Pommes duftet, dann die auch. Rot/Weiß.
Skihütte? Welche Skihütte? Meinen Sie, ich könnte Ski fahren?
Urlaub? Na das, was es im Urlaub so gibt. In Dänemark standartmäßig Hotdogs.
Bei den Eltern? Am liebsten Hausmannskost. So Sachen, die man selber nicht kocht. Schweinebraten, Sauerkraut, Hochzeitssuppe. Und gerne auch Sachen, die als Kind immer für mich gekocht wurden.
Bei Krankheit? Kommt auf die Krankheit an.
Bei Liebeskummer? Liebeskummer lohnt sich kenn’ ich nicht mein Darling.
Beim Ausgehen? Das kommt nun wieder darauf an, wo ich hingehe und wer bezahlt. Ich esse gerne Sachen mit Lammfleich oder mit Fisch.
Als Kind? Hühnerfrikassee
Niemals? gekochtes Rindfleisch
Immer wieder? Essen.
Überraschend gut? Es gibt hier in der Nähe so ein kleines türkisches Restaurant. An einer breiten Ausfallstraße, in einem Betonhinterhof. Aber wenn du drin bist, dann ist es einfach nur genial.
Überraschend schlecht? Ich hatte mal für viele Jahre einen absoluten Lieblingsfranzosen. Und dann war ich mal da und es war einfach nur schlecht, das Essen, der Service. Damit war für mich klar, nie wieder. Mittlerweile gibt es das Restaurant nicht mehr.
Für immer mein absolutes Lieblingsessen? So was habe ich nicht. Es gibt immer so Phasen, in denen ich auf bestimmte Speisen stehe und das kann dann auch mal ein Döner von der besten Dönerbude sein.
Das beste Restaurant, in dem ich je war? Da gibt es viele. Ich bin früher mit meiner Mutter regelmäßig einmal im Monat Essen gegangen (so’n Muttertochterding) und wir haben die einschlägigen Restaurants in der näheren Umgebung abgeklappert. Da war extrem viel Gutes dabei.

Dieses Stöckchen muss einfach an die Frau mit den besten Rezepten geh’n. Bedienen Sie sich, liebe Frau vom Traumberg

Außerdem an den Spekulanten, der hatte noch nichts und warum sollte es ihm besser gehen als mir.

 

Frau Antonmann, das sind wir beide zusammen am Strand. Ich spring’ vor Freude ganz hoch.

Dieser Suchbegriff ließ mich dann doch kurz stutzen.