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Ich bin nicht komisch und sitze hier und denke nach.
(Ein Stöckchen von Ines, ich soll 6 komische oder kuriose Dinge über mich schreiben und dann auch noch an 6 Personen weitergeben.)
Ist es ein komisches oder kurioses Ding von mir, dass ich
* Elterngespräche im Auto auf dem Hinweg zur Schule und auf dem Rückweg von der Schule laut mit mir alleine führe?
* jedesmal, wenn ich am Briefkasten vorbeikomme, reinschauen muss, egal ob die Post schon da war oder nicht, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit?
* bei Filmen absolut happyendsüchtig bin und dass ich einen guten Film wegen seiner nicht in meinem Sinne seienden letzten 10 Minuten ganz scheußlich finden kann?
* , wenn ich aus der Schule gehe, db Eva anrufe und sage the King has left the building und damit ihn zitiere, der dies zitiert?
* mir mein Glas immer ganz voll einschenke und es selten ganz austrinke?
* jeden morgen nach dem Schlafen müder bin als abends vor dem Schlafen?
Etwas seltsam vielleicht, aber komisch oder kurios?
Und überhaupt, Schneeballstöckchen sollten eigentlich verboten werde. Wo soll ich denn jetzt noch 6 Personen herkriegen?
Sie möchte, dass morgen zwei Freundinnen bei ihr übernachten. Eine Freundin darf aber nicht.
Warum nicht? - Ich glaub’, weil sie ihr Zimmer nicht aufgeräumt hat. Die darf ganz oft Sachen nicht wegen sowas.
Sie nimmt mich in den Arm.
Ach, bin ich froh, dass das bei mir nicht so ist.
(Sie meint das mit dem Nichtdürfen, nicht das mit dem Nichtaufräumen.)
Wir benötigen Anton unbedingt für unsere innerfamiliäre Demokratie. Leider mussten wir heute feststellen, dass er für solche Zwecke noch total unbrauchbar ist.
Es wird vorgelesen: der Herr Hacke. Immer schön der Reihe nach. Geschichte für Geschichte. Immer schön abwechselnd. Db Eva und ich. Db Eva ist dran und fängt plötzlich an zu blättern. He, was machst du? Wir lesen eine nach der anderen. - Nein, ich suche eine bestimmte Geschichte, die geht mir die ganze Zeit schon im Kopf herum. - Das kannst du nicht einfach so machen, dir die besten Geschichten rauspicken. Wir stimmen ab. Wer ist für der Reihe nach? Koppi und ich. Wer ist für einfach eine raussuchen? Lotta und db Eva. Wir brauchen Anton. Anton, möchtest du der Reihe nach? - Neihein. - Möchtest du einfach eine raussuchen? - Neihein. - Was möchtest du denn? - Bonbon.
Es war ein Versuch und db Eva hat sich einfach eine rausgesucht. Die mit dem Taschengeld.
Es liegt eine freudige Spannung über dem Land. Ich spüre sie sehr deutlich. Ein wohliges Kribbeln auf meiner Haut. Ein in mir Lächeln.
Es ist Dienstag.
Du, Frau Antonmann, soll ich dir mal was erzählen?
(Nein, ganz ehrlich, es interessiert mich jetzt gerade nicht, dass dein Hund heute Morgen an deinem Hausschuh geknabbert hat, dass deine Mutter auch ganz leckere Pfannkuchen backen kann, dass du gestern über einen Stein gestolpert bist.)
Ja, leg los.
Du, Frau Antonmann, ich geh’ jetzt mal auf’s Klo!
(Geh doch einfach. Musst du mir das jedes Mal erzählen? Du weißt doch, dass du einfach gehen darfst.)
Ist in Ordnung, wasch dir aber die Hände hinterher.
Du, Frau Antonmann, G. hat mich in der Pause geschubst.
(Tja, das passiert halt mal, wenn man sich ständig mit anderen Kindern streiten muss. Pech gehabt.)
Echt, das ist aber nicht richtig. Tut es noch weh? Habt ihr euch schon wieder vertragen oder müssen wir die Sache zusammen klären?
(Bitte, bitte, lass es ihr nicht mehr wehtun, lass sie sich wieder vertragen haben, sonst kann ich ewig nicht anfangen mit meinem Unterricht.)
Du, Frau Antonmann, das schenk ich dir.
(Oh je, schon wieder ein Bild.)
Oh, das ist aber ein schönes Bild. Schreibst du noch deinen Namen drauf, dann kann ich es mit nach Hause nehmen und über meinen Schreibtisch hängen.
Du, Frau Antonmann, du bist die netteste Lehrerin überhaupt.
(Hach, wenn ihr wüsstet.)
Fröhlich biss Anton beim Kaffeetrinken vom Buchstabenkeks ab. Betrachtete den Rest in seiner Hand und verkündete stolz Mama Ente!
Und mich erschlich das untrügliche Gefühl, dass wir das doch schon mal hatten.
10 Gründe, warum Jammern dann doch nicht nötig ist:
1. Anton hat lange Mittagsschlaf gemacht.
2. Ich habe meine Zeugnisse fertig.
3. Es ist noch Schokolade übrig.
4. Db Eva ist wieder zu Hause.
5. Die selbstgemachte Pizza ist im Backofen.
6. Alle haben mitgekocht.
7. Beim Kochen haben wir ganz laut diese CD gehört.
8. In zwei Stunden ist schon Feierabend.
9. Von Grey’s Anatomy wird nach der 2. Staffel gleich die 3. Staffel gesendet.
10. Morgen ist Montag und meine Musikkollegin ist wieder gesund ;-)
Wenn ich jammern wollte, hätte ich 10 Gründe dafür:
1. Anton hat nach zwei Wochen ohne schon wieder die Nase voll.
2. Db Eva muss immer am Wochenende arbeiten.
3. Der ganze Schnee ist schon wieder weg.
4. Im Badezimmer türmen sich die Wäscheberge.
5. An einem freien Sonntagvormittag muss Koppi zum Fußballspielen.
6. Unser Computer ist immer noch nicht wieder da.
7. Wenn ich Zeugnisse schreibe, esse ich immer ganz viel Schokolade nebenbei.
8. Morgen ist Montag.
9. Mir wächst ein kleiner fieser Pickel direkt da, wo die Nase aufhört und das Gesicht anfängt.
10. Der Kaninchenstall muss heute noch sauber gemacht werden, aber es ist doch kalt und windig draußen.
Anton sage ich.
Du ich sagt Anton.
Ja, du und ich, wir beide sage ich.
Und dann lachen wir, beide.
Ja, die Halbjahrszeugnisse stehen wieder vor der Tür. Der Drücker auf den ich arbeite könnte zwar noch letzter sein, aber so richtig ökonomisch habe ich mir die Zeit mal wieder nicht eingeteilt. Während andere Kollegen schon nach Zeugnispapier zum Ausdrucken fragen, schlage ich mich noch mit Arbeits- und Sozialverhalten rum und bekomme meinen Wie soll ich nur Kinder, Küche und Karriere gerecht werden? Durchhänger.
(Tochter + Mathehausaufgaben ) + (Mutter = Mathelehrerin) ist ein hochexplosiver Term.
Aber, wir bemühen uns diese Aufgabe zu lösen. Nach einer kurzen Auszeit für beide Seiten.
Seit gestern schwebt eine große Freude durch unser Wohnzimmer.
Anton hat beim Einkaufen dieses Monster diesen Ballon von einer, sicherlich nur gut meinenden, Supermarktangestellten geschenkt bekommen.
Unheimlicher Weise entwickelt das gute Teil, angetrieben durch unsere Lüftungsanlage, eine gewisse Eigendynamik. Ich warte darauf, dass mir das Auto irgendwann beim Kochen über die Schulter schaut oder mich auf meinem Weg zur Toilette verfolgt.
Wie lange so ein Geschenk wohl dichthält?
Die zweite Schlacht ist geschlagen, Kindergeburtstag bei Familie Anton.
Und der eindeutige Beweiß, dass acht Jungen der rein weiblichen Variante in nichts nachstehen ist erbracht.
Nicht witzig fanden meine Kinder heute Morgen die Nachricht, dass in der Stadt, in der meine Schule liegt, der Unterricht ausfällt, dass in der Region, in der ihre Schulen liegen, der Unterricht generell stattfindet, dass die Eltern entscheiden können, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken, falls der Schulweg eine Gefährdung für das Kind bedeuten würde und dass wir keine Gefahr für Leib und Seele sahen und unsere Kinder einfach in die Schule schickten.
So ganz konnte Koppi außerdem nicht verstehen, dass ich mich so über diese Nachricht freute, denn zur Schule musste ich ja trotzdem. Aber das kann man wohl nur als Lehrer begreifen ;-)
Zum Glück haben sich db Evas Eltern rechtzeitig verabschiedet. Meine größte Sorge war, dass die beiden nicht vom Klippan hochkommen und ich womöglich den Höhepunkt des heutigen Tages verpassen würde. Ich weiß nicht, wie ich, brave Schwiegertochter, dann reagiert hätte. Nun sind sie zum Glück einfach so gefahren und die arme Frau Grey muss nur noch eine Stunde stillhalten.
Vor vielen Jahren mit T. (4) im Zoo bei den Löwen kurz nach der Raubtierfütterung.
T.: Was haben die denn da zu Fressen bekommen?
K.: Das könnte eine halbe Kuh sein, vielleicht auch vom Rind oder vom Schwein?
T.: Ja, oder Hähnchen.
Ich liebe das Geräusch, das entsteht, wenn man ein neues Nutellaglas zum ersten Mal aufmacht. Das knistert so schön, fast prickelnd. Ganz langsam muss man den Deckel drehen. Ist es ein gutes Glas, dann knistert es sogar alleine weiter, auch wenn man beim Öffnen eine Pause macht. Gehört schon viel Übung und Fingerspitzengefühl dazu.
Es gibt allerdings auch Nutellagläser, die enttäuschen. Nur ein kurzes, leises Flapp und das Glas ist offen. Leider weiß man’s vorher nicht, die würde ich nämlich nicht kaufen.
Nie darf ein Nutellaglas einfach so aufgemacht werden, das tut sonst richtig weh. Alle sind leise und lauschen und ist es offen, gibt’s ahhhs oder ohhhs, je nach Qualität des Glases.
Heute war es ein gutes Glas, ein sehr gutes.
Ob es irgendjemanden gibt, dem es so wie mir geht? Oder bin ich die einzige Verrückte, die ein Nutellaglas nicht normal öffnen kann?
Die hier unter Punkt 6 ausgesprochene Prophezeiung ist wahr geworden. Meine Mutter berichtete mir heute, dass sie am letzten Freitag einen Unfall hatte, wohlbemerkt nur Blechschaden. Meine Weitsicht ist bemerkenswert, fast unheimlich.
niss gummistein sagte Anton beim Kaffeetrinken und spuckte den Dominostein wieder aus.
Zu Lottas Geburt haben wir dieses Buch geschenkt bekommen. Wir haben es gelesen, darüber gelacht, es zitiert, es weiterverschenkt und uns ab und an daran erinnert.
Nun steht es bereits viele Jahre ungelesen im Billyregal. Bis heute beim Frühstück. Anton isst sein Frischkäsetoast, schaut mich an, legt den Kopf schief und sagt mmmh, lecka is. Das war das Zeichen für db Eva, den Herrn Hacke aus dem Regal zu fischen, Seite 94 aufzuschlagen und zur allgemeinen Erheitung die ersten beiden Absätze der Geschichte Schöne Tage vorzulesen.
Alte Erinnerungen an weitere Highlights des Buches werden wach und werden abwechselnd von db Eva und mir herbeigelesen. Und ich merke, ich lache noch immer über die Erlebnisse des dreifachen Vaters, aber mein Lachen hat sich verändert. Es ist wissender geworden, es kommt direkt aus meiner Seele. Oh je, es ist ja wirklich so.
Ich verordne mir dieses Buch von nun an als regelmäßige Pflichtlektüre. Es beruhigt mich. Ich bin nicht allein.
Bevor ich mich an das Stöckchen von der Pampersfront und, wie ich mittlerweile bemerkt habe, auch von Larissa mache, vorweg zwei Assoziationen zum Thema Lieblingsorte.
Bei diesem Thema komme ich ganz automatisch zu Ikea. Während der Wohnst du noch oder lebst zu schon? Werbekampagnenzeit hantierte man dort auch immer mit dem Begriff Lieblingsorte. Wenn ich sehe, wie mein Lieblingsort durch Ikea geprägt ist, bzw. vielleicht ja sogar auch durch Ikea mit zum Lieblingsort wird und wenn ich lese, wie vielen anderen Menschen das ebenso geht, dann frage ich mich doch Wie machen die das bloß?
Und wenn ich dann bei Wohnst du noch oder lebst du schon? bin, dann fällt mir dazu immer ein Cartoon ein, in dem ein Mann unter einem umgekippten Kleiderschrank liegt und von seiner Frau gefragt wird Lebst du noch oder wohnst du schon?
Und jetzt geht’s los.
Mein Lieblingsort am Wohnort ist mein Zuhause. Hier bin ich einfach furchtbar gerne. Ich mag unser Haus und die Leute, die darin leben und genieße die Ruhe und den Platz um mich herum.
Mein Lieblingsort in der Nähe ist die große Stadt. Weit genug weg, um richtig auf dem Land zu wohnen und dicht genug dran, um all die Bedürfnisse zu befriedigen, die das Land nicht befriedigt, Musik Theater, Kino, erweitertes Shopping, Freizeit, Museen, Musikhochschule und 100 Mädchen für den Hahn im Korb ;-)
Meine Lieblingsorte in der Ferne
* Dänemark, einmal im Jahr Pflicht, die Kinder fahren nur beruhigt nach Hause, wenn sie wissen, dass wir wiederkommen und das tun wir, seit vielen Jahren, immer nach Vedersö Klit bzw. Vester Husby
* mein Lieblingsland ist die Schweiz, Bern, Luzern, Engelberg (da führte mich mal eine CD hin), Schweiz überhaupt und wenn das nicht geht, dann wenigstens Berge um mich rum
* Schweden, leider erst zweimal dort gewesen
Und wieder mal geschafft. Darf ich sagen, dass ich Stöckchen anstrengend finde und, dass ich mich trotzdem freue, wenn eins geflogen kommt?
Und kann es sein, dass Karin das Stöckchen noch nicht zu Füßen gelegt wurde?
Es ist wieder jemand krank und diesmal hat es uns ganz hart erwischt ;-) Unser Computer liegt im Sterben, seit gestern Abend haben die Vitalzeichen deutlich abgenommen und heute Vormittag hat db Eva ihn in die vertrauensvollen Hände von Dr. Smiff (schreibt man den so, A.?) gegeben.
Wie durch eine glückliche Fügung kam allerdings gerade gestern die lang ersehnte PCMCIA ISDN-Karte für unser Laptop und unser Internetzugang konnte somit lückenlos aufrecht erhalten werden. Vorteil: nun kann ich auch in Antons Zimmer bloggen. Der Laptop steht auf dem Wickeltisch und mein Kaffee auf dem Kleiderschrank.
Aber langsam ist der gute Schleppi und Bilder hochladen geht auch nur mit großem Aufwand. Also werde ich versuchen, noch schnell das Stöckchen aufzusammeln, das die Pampersfront für mich aufbewahrt hat und dann fahre ich nur noch das Minimalprogramm.
Bis der Computer wieder außer Lebensgefahr ist.
*hat Anton verzweifelt nach seinem Pups gesucht, der ihm beim Abendbrot entwich. Letztendlich kam er zu dem Schluss, pup is runterfallet.
*hat Anton einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung vom Kind zum Mensch erreicht. Er hat ohne Plemperei Wasser aus einem echten Glas getrunken.
*hat Anton, ja ja ein drittes Kind, ja ja ein Nachzügler, mit Nachdruck nach Koppis gäimbeul verlangt und einen 1A Wutanfall hingelegt, als ihm dieser Wunsch versagt blieb.
*hat Anton mindestens eine halbe Stunde auf einer Minisalami gelutscht (habe ich schon mal erwähnt, dass Anton für sein Alter wirklich, wirklich wenig Zähne hat), um dann festzustellen, dass sich Salami im Mund nicht auflöst, um sie dann wieder auszuspucken. (Anmerkung: Salami löst sich zwar durch Dauerbespeichelung nicht auf, verliert aber deutlich an der gewohnten Appetitlichkeit.)
Da Koppis Fußballturnier für heute Nachmittag kurzfristig abgesagt wurde, haben wir uns spontan mit einer befreundeten, auch von der Terminänderung betroffenen Familie mit Geocaching auf Schatzsuche begeben.
Mit dem Auto ging es zu einem ehemaligen Kloster, zu Fuß stapften wir durchs Gelände, ausgestattet mit Funkgerät (nicht wirklich notwendig für diese Aktion, lässt die ganze Sachen aber cooler erscheinen für die Kinder) und einem GPS-Empfänger (bei diesem Cache auch nicht wirklich notwendig, da das Versteck sehr einfach war, lässt die ganze Sache aber coller erscheinen für die Männer).
Macht viel Spaß und Lust auf weitere Schatzhebungen.
Irgendwann nach Weihnachten erwischt es uns alle, früher oder später. (Bei mir war es dieses Jahr am 4. Januar.) Der Weihnachtskoller, alles muss raus. Fein säuberlich wird das gerade erst vor vier Wochen lieb dekorierte Weihnachtszeug in Kisten und Kästen verstaut, der Weihnachtsbaum wird aus dem Wohnzimmer gezerrt (jedes Jahr mit dem hoffnungslosen Versuch, dabei möglichst wenig Nadeln zu verstreuen), die Kinder sind traurig, weil es so leer aussieht, ich bin froh, weil endlich wieder Klarheit und Ordnung herrscht.
Und dann passierte es gestern. Meine Mutter ging kurz vor ihrer Heimfahrt noch mal auf unsere Gästetoilette. (Das tut sie immer bevor sie fährt. Sie sagt, dann spart sie ihr Wasser zu Hause. Sie sagt es im Spaß, ich glaube ihr das nicht. Aber ich räche mich. Wenn wir bei ihr wegfahren, gehen wir alle Vier noch mal auf Toilette und von Anton lassen wir ein bis zwei stinkende Windeln da.) Als sie rauskam sagte sie: “Auf euerm Klo ist noch Weihnachten.”
So ein Schreck. Was nun? Extra für zwei Engel noch mal auf den Dachboden klettern, um sie in die Weihnachtskiste zu stopfen? Sie irgendwo anders verstauen, in der Gefahr, sie dann nächstes Weihnachten nicht wiederzufinden? Sie einfach stehenlassen? Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ganze zwei Wochen hat es gebraucht, Anton klar zu machen, dass ich Morgens die Zeitung lesen will, mir kein Buch mit ihm anschauen möchte, er sich aber gerne zu mir setzen kann, um eigenen Interessen nach zu gehen.
Nicht, dass ich da Unmögliches von ihm verlange, denn bei db Eva akzeptiert er die Morgenzeitung seit jeher anstandslos. Nur bei mir (jetzt kann ich es endlich sagen) gab es immer einen Riesenaufstand und ich musste mir jeden Artikel hart erkämpfen. Bis heute. Heute konnte ich lesen und sogar einen Kaffee dabei trinken, ohne Angst zu haben, dass mir dieser mit Schwung aus der Hand gepfeffert wird. Anton hat ein Buch nach dem anderen durchgeblättert gelesen.
Aber *heul*, ab Montag muss ich wieder zur Schule und ich bin mir sehr sicher, dass die Ergebnisse der letzten Wochen dadurch zunichte gemacht werden und Anton in seine alten Verhaltensmuster zurückfallen wird. Und dann bleibt nichts, nur die Frage: “Warum geht es bei db Eva, aber nicht bei mir?”
Schön, alle Kinder zu Hause. Sie riechen noch etwas nach Oma und Opa, aber das gibt sich ganz schnell wieder.
Als ich heute Morgen erwachte, bekam ich einen frischen Kaffee gereicht und acht Vögel flogen am Schlafzimmerfenster vorbei.
Mehr nicht.
High five mit db Eva beim Verlassen des schwiegerelterlichen Hauses kann nur eins bedeuten: Wir haben die Kinder dagelassen und sehen sie erst morgen Abend wieder.
Begonnen haben wir die große Freiheit mit einer Einkaufstour in der großen Stadt. Sechs Bücher (das, das, das, das, das, das [ein Auftrag von Lotta]), 5 Paar Socken von H&M für Lotta, 5 Paar Socken von H&M für Anton, zwei Café Latte, eine CD, ein Paar Schuhe und zwei Delikato Döner sind in den letzten Stunden in unseren Besitz übergegangen.
(Anton wurde von mir heute Morgen gefragt, was ich nur den ganzen Tag ohne ihn machen solle. Pjuta antwortete das schlaue Kind. Ich werd wohl auch noch andere Dinge tun, aber auf das hemmungslose Surfen habe ich mich schon ein Wenig gefreut ;-)
Nach zaghaften Änderungsversuchen in den letzten Tagen, etlichen Sicherungskopien, leichten Verzweiflungen, ständigem Hin und Her, bösen Verfluchungen, zahlreichen drags and drops habe ich es geschafft und bin zufrieden mit meinem neuen Outfit. Und ich bin endlich die Schnörkel los.
oh nein, oh nein
ame lena
guta anton, guta mama
oh shande
ja, ja, mhm
kul lena
och menno
prrrima
goßa anton
Die nächsten drei Stunden gibt’s hier nichts Neues. Db Eva hat die Kinder aus dem Wohnzimmer geschmissen, denn es ist Dienstag und Dienstag ist mein Fernsehtag. Das geht jetzt in Eins durch bis Viertel nach 11. Ich muss mich beeilen, ich bin spät dran.




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